Wrint ist eine Sammlung kostenloser Podcasts. Eure Unterstützung hält das Angebot am Leben.

Die Wrintheit über asoziale Kinder

Shownotes

Darin Antworten auf Fragen nach Kleidung, Kindern, Sprachverkürzungen, eigenen Stimmen, Deathlev, Klopapierspendern, Küchengeräten, Paprika, künstlicher Intelligenz, Getränken, dem Tod, und auf die obligatorische Höflichkeitsfrage von esureL.

Hörenswert: Die Manomama-Interviews Teil 1, und Teil 2, Markus Gabriel im Hotel Matze Matze

Lesenswert: Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus* (Mühlhoff)

Schenkt Alexandra Studienlektüre!

Bitte auch Alexandra direkt unterstützen!

*Affiliate-Link: Wer über diesen Link Amazon betritt, lässt mir bei allen Käufen der Session eine Provision zukommen.

--

Wrint ist ein kostenloses Angebot. Eure Unterstützung hält das Angebot am Leben.

Wenn es schnell gehen soll, erreicht ihr mich auf Mastodon.

Das Soundlogo kommt von Oli und die Grafik von Antonio.

Transkript anzeigen

00:00:06: Hier ist eine völlig neue Ausgabe der völlig neuartigen, geilobahnen Retrofoto-Ristischen prä-apokalyptischen Unterhaltungsmatinie mit Tradition und für mehr Wachstum.

00:00:14: Die fast alle Fragen, die an Fragenet-Frind.de geschickt werden, verintheitsgemäß jedoch garantiert nicht.

00:00:17: Zeitnah beantwortet, hier ist die Verintheit mit Alexandra Tobor.

00:00:22: Und Holger Klein.

00:00:24: Holger, ich bin so enttäuscht.

00:00:25: Ich

00:00:25: auch.

00:00:26: So enttäuscht.

00:00:27: Schrecklich.

00:00:27: Wir nehmen jetzt zwei Tage vor Weihnachten auf.

00:00:29: Das ist furchtbar.

00:00:30: Und ich stelle mit Miss-Mut-Resignation Enttäuschung fest, dass wir trotz Spuckens großer Töne es nicht geschafft haben einen Adventskalender zu basteln.

00:00:42: Das stimmt,

00:00:43: das haben wir verkackt.

00:00:44: Ja, also... Das

00:00:46: war insgesamt auch ein Kack.

00:00:47: Ja, also von daher...

00:00:50: Ja, bei mir auch größten Teil.

00:00:52: Und

00:00:52: jetzt ist auch noch Samstag die Heizung ausgefallen.

00:00:55: Ach, was?

00:00:57: Ja, das ist ja furchtbar.

00:00:58: Also einer, das ist eine völlige Aushöhlung der Tradition.

00:01:02: Ja, das ist ja wirklich ein Mittelfinger, ein Lackmisch an alles, was noch Christliches in uns war.

00:01:13: Und dann das mit der Heizung.

00:01:14: Das geht gar nicht.

00:01:15: Ja, und ich bin übrigens krank.

00:01:16: Ich sitze hier krank.

00:01:17: Ich werde heute sehr oft die Reuspartaste drücken müssen.

00:01:22: Es fängt also.

00:01:23: Was

00:01:23: haben wir denn?

00:01:26: Du meinst so an Erkrankung.

00:01:29: An Krankheit.

00:01:30: Ich glaube, es ist nur eine Erkältung.

00:01:32: Aber die zieht sich schon ziemlich lange.

00:01:35: Ja, das

00:01:35: tun die ja immer.

00:01:36: Man vergisst das nur jedes Mal, finde ich.

00:01:39: Ja.

00:01:39: Ja, die drei Tage am Ende sind es dann doch zwei Wochen, die da irgendwie wussten,

00:01:42: schnupfen.

00:01:43: Genau.

00:01:43: Und das ist immer, jeden Tag, das ist wie so ein Überraschungsei.

00:01:47: Jedes, jeden Tag ist was anderes.

00:01:49: Mal muss ich husten, mal habe ich schnupfen, dann ist wieder so Heiserkeit, Halsschmerzen.

00:01:54: Darum versuche ich auch, zu vermeiden, mich mit Menschenmengen zu umgeben.

00:01:59: Also ich fahre momentan für euch tatsächlich lieber bei diesen irgendwie, ninety-fünf Prozent Luftfeuchtigkeit und vier Grad Außentemperatur.

00:02:05: fahre ich momentan lieber mit ein Moped-Stick eingepackt, als dass ich in die S-Bahn steige.

00:02:10: Und bisher habe ich gut durchgehalten.

00:02:12: Und du

00:02:12: kannst dir vorstellen, wie es mir geht.

00:02:14: Ich habe diese Option jetzt nicht.

00:02:15: Ich muss in die Uni fahren.

00:02:16: Das tue ich in einer Bahn.

00:02:18: Das tue ich um sieben Uhr morgens.

00:02:19: Und stehe da halt in mitten von kranken, hustenden Kindern und Menschen, die alle zur Arbeit fahren.

00:02:26: Gleichzeitig sitze ich mit dreihundert bis vierhundert Leuten.

00:02:29: Hörst du?

00:02:30: Also es ist wirklich kein Wunder, dass ich krank geworden bin, obwohl ich immer so stolz bin auf mein Superpower.

00:02:35: Immunsystem,

00:02:37: also

00:02:37: ich habe es ja tatsächlich geschafft die letzten vier Jahre gar nicht krank zu sein.

00:02:41: Ach krass,

00:02:41: das ist cool.

00:02:43: Nicht schlecht.

00:02:44: Also in der Uni setzen würde ich mich nicht für Geld, wenn man sieht ja, es gibt ja genug Quellen, wo du gucken kannst, was gerade so ein Atemwegserkrankungen unterwegs ist und so.

00:02:56: In die Uni setzen würde ich mich nicht für Geld und wenn ich mit der S-Bahn fahre nur mit Maske.

00:03:00: Da sitze ich dann auch meistens alleine mit Maske.

00:03:02: Alle anderen sitzen da und rotzen sich auf.

00:03:04: Und ich denke mir auch jedes Mal, Leute, das kann doch nicht sein, das hat ausgerechnet so einen überangepasster Typ wie ich.

00:03:10: Hier, der einzige Individualist ist in diesem Zug,

00:03:13: das geht doch gar nicht.

00:03:14: Ich habe einen Redebedarf Holger mit dir, ich muss mal mit dir reden und zwar.

00:03:18: Also ich sage ja so, ich hasse Masken, aber nicht... weil sie Masken sind, sondern ich mag die einfach nicht aufhaben.

00:03:25: Ja, ich

00:03:26: auch nicht, aber... Ja,

00:03:27: klar, das mag ja keiner.

00:03:28: Aber jetzt pass mal auf.

00:03:29: Wo ich krank war, als meine Krankheit begonnen hat, musste ich ja trotzdem in der Buchhandlung arbeiten.

00:03:34: Und da ich niemanden anstecken wollte, vor allem nicht meine Kollegin, die sehr nah an mir arbeitet und ein schwaches Immunsystem hat, weil die halt ständig sich irgendwas einfängt.

00:03:43: Das hat übrigens

00:03:43: nichts mit der Stärke oder Schwäche des Immunsystems zu tun, ob man häufig krank ist

00:03:47: oder nicht.

00:03:48: Will darüber jetzt nicht diskutieren, jedenfalls habe ich mir dann eine Maske aufgezogen.

00:03:53: Kommt eine Frau rein, so eine Schabracke mit ihrem Enkelkind, sieht mich und fängt an zu schreien, beschimpft mich als Schnabeltier, sagt, sie würde den Laden boykottieren, weil der Herr wohl nur blöde arbeiten würden.

00:04:06: Wir hätten sie alle nicht mehr alle, also hätten sie nicht mehr alle.

00:04:10: Und sie geht hier nie wieder rein, sowas will sie nicht unterstützen.

00:04:13: Und das hört dieses kleine erschrockenen Kind, denkt sich.

00:04:17: Was schnappelt ihr

00:04:19: weh?

00:04:20: Die will da nicht mit mir rein.

00:04:22: Ey, was ist das?

00:04:23: Ich wollte dich einfach mal fragen, ist das normal?

00:04:26: Ist das ein Verhalten, das verbreitet ist?

00:04:31: Ja, also das Verhalten selbst, also dieser Ausbruch ist sicherlich nicht verbreitet, aber die Haltung dahinter, die ist sehr verbreitet.

00:04:39: Und ich glaube, dass das im Wesentlichen Darauf zurückzuführen ist, dass die Leute extrem schlecht informiert sind, sich aber gleichzeitig für extrem gut informiert halten und daraus so eine Arroganz ableiten.

00:04:54: Alle anderen müssen ja doof sein, das sieht man ja, weil alle mit denen ich mich umgebe, die sind ja so wie ich.

00:05:00: Ich hab mich wirklich diskriminiert gefühlt.

00:05:02: Ich hab echt gedacht, das gibt's doch nicht, dass jetzt meine Rücksichtnahme

00:05:07: nicht zur

00:05:08: Zielscheibe von solchen Angriffen macht.

00:05:10: Aber so geht Diskriminierung eigentlich immer.

00:05:13: Du hältst dich für was besseres, was Schlaueres, was mehr Rechten ausgestattet sein sollte oder weiß der Geier.

00:05:21: Also hältst dich für was besseres und suchst dir halt jemanden, den du für was Schlechteres halten kannst.

00:05:27: Manchmal hast du halt so wenig Anstand, also manchmal bist du halt wirklich so dumm, dass du noch nicht mal deinen Maul halten kannst.

00:05:34: Ja.

00:05:34: Und dann kommt's halt zu solchen Ausbrüchen.

00:05:36: Passiert ja auch immer wieder in den Zügen, wo Leute mit Masken angehustet werden und so was.

00:05:41: Frauen vor allen Dingen, Männer nicht, weil da müssen sie halt damit rechnen, die Nase gebrochen

00:05:45: zu kriegen.

00:05:45: Dass sie aufs Maul kriegen, ja.

00:05:46: Ja, ja, ich wurde aber auch böse angeschaut, auch von älteren Menschen.

00:05:49: Also ein böser Blick einfach.

00:05:51: Ja, ja, und

00:05:51: so überhebliche Blicke.

00:05:53: Also ich ernte überhebliche Blicke von Leuten, bei denen ich der festen Überzeugung bin, dass sie kaum in der Lage sein dürften fünf Sätze fehlerfrei zu Papier bringen.

00:06:03: zu können.

00:06:04: Also so kommt mir das oft vor.

00:06:06: Also das ist sicherlich natürlich auch aus meiner Perspektive oder von mir aus ist das natürlich auch Vorteilsbeladen und Diskriminierung, weil ich halte diese Leute tatsächlich für dumm, wirklich für dumm.

00:06:17: Nicht willens oder in der Lage aus allgemein zugänglichen Beobachtungen, aus allgemein zugänglichen Daten Korrekte Schlüsse zu ziehen.

00:06:27: Und die meisten davon sind, glaube ich, auch nicht Willens das zu tun.

00:06:30: Die wären theoretisch in der Lage, sie sind nicht Willens.

00:06:32: Umso mehr haben sie es verdient, beleidigt zu werden.

00:06:35: Ja, das ist aber auch so ein bisschen eine neurotische Dummheit.

00:06:38: Also diese Dummheit, die daraus entspringt, dass man mit seinen Gefühlen nicht so gut umgehen kann.

00:06:44: Also da ist ja wirklich ganz viel Frust, ganz viel Kränkung, ganz viel Résentiment.

00:06:49: Was dahinter steckt.

00:06:50: Und jetzt glauben die, die Legitimation zu haben, also legitimiert zu sein, sich zu rechnen.

00:06:55: Das ist

00:06:55: genau wie mit den Rechten, die gerade überall aus unter ihren Steinen hervorgekrochen kommen und Leute beleidigen, Leute herabsetzen.

00:07:03: Also die Welt wird ja insgesamt gehässiger.

00:07:08: Und ja, die füllen sich jetzt, wie nennt man das auf Deutsch, enttitelt.

00:07:12: Ja, die sind jetzt enttitelt.

00:07:14: Genau.

00:07:15: Jetzt wären Sie mal dran.

00:07:16: Und das ist ja, glaube ich, auch die Kränkung, die die meisten Menschen mit sich rumschleppen.

00:07:21: Der feste Glaube daran, eigentlich mehr verdient zu haben, als sie tatsächlich bekommen.

00:07:29: Ja.

00:07:30: Zu kurz gekommen?

00:07:31: Zu kurz gekommen, genau.

00:07:31: Das war der Begriff, den ich gesucht habe.

00:07:33: Ja, das finde ich, das ist aber normal.

00:07:35: Ich finde, das ist gerade durch die Pestjahre, ist das noch mal wesentlich stark herausgekommen, dass Menschen gar nicht verstehen, dass sie, dass ihnen überhaupt gar nichts zusteht letztlich.

00:07:46: Ja.

00:07:47: Ja, aber apropos zu kurz gekommen, auch ich fühle mich zu kurz gekommen mit Gewintheit, denn vor einem Jahr habe ich gesagt, dass ich mir für das neue Jahr, dass wir mehr Sendungen produzieren.

00:07:59: Da hast du mich gefragt, wie viele haben wir denn gemacht letztes Jahr?

00:08:02: Ich habe gesagt, sechs.

00:08:03: Oh,

00:08:04: wie viel haben wir dieses Jahr gemacht?

00:08:05: Sieben.

00:08:06: Hey,

00:08:07: mit dieser oder ohne diese?

00:08:11: Ohne diese.

00:08:11: Ah ja, dann also acht.

00:08:12: wenn ich es schaffe, die vor dem einundreißigsten zu veröffentlichen.

00:08:15: Ich bin sehr gespannt, ob wir es auf acht schaffen, weil sonst fühle ich mich wirklich zu kurz gekommen.

00:08:21: Ich hatte zwölf Folgen angepeilt und nicht annähernd haben wir das erreicht.

00:08:27: Ja, also es ist ja jetzt auch passiert, dass ich irgendwie jedes Jahr die Mutter stirbt und der Vater in Demenzpflege heim muss.

00:08:34: Es

00:08:35: ist ein

00:08:35: bisschen was dazwischen gekommen.

00:08:37: Ist

00:08:37: gut, Holger.

00:08:38: Bei mir hat es ja auch sehr viele Veränderungen gegeben.

00:08:41: auch vielleicht.

00:08:43: Nächstes Jahr, da schaffen wir zwölf oder so.

00:08:46: Yeah.

00:08:47: Aim for the stars.

00:08:48: Genau.

00:08:49: Das andere zwölf.

00:08:50: Das andere zwölf, ja.

00:08:53: Okay.

00:08:54: Ach ja, genau.

00:08:55: Wir haben Fragen und dann, wir legen mal los.

00:09:00: Der David schreibt, warum gehen meine Jeans ständig kaputt?

00:09:05: Auch teure und namhafte Produkte reißen bzw.

00:09:07: scheuern nach eins, fünf Jahren auf.

00:09:10: Die Konsequenz ist, dass ich in billigen, schlecht sitzenen Hosen rumlaufe.

00:09:13: Wo finde ich Qualität?

00:09:19: Da bin ich ehrlich gesagt überfragt.

00:09:23: Meine Jeans scheuern auch immer durch.

00:09:25: Das ist das Schicksal aller Jeans im Schritt.

00:09:29: Das muss nicht sein.

00:09:32: Das liegt, ich habe vor Jahren mal, ich guck mal, dass ich die in die Shownotes tue, ich habe vor Jahren mal mit Sina Trinkwalder, heißt sie, eine Sendung gemacht.

00:09:41: Und das ist die Gründerin einer Klamottenfirma, die heißt Mano Mama, die ist bei dir um die Ecke.

00:09:47: Ja, aber ich glaube, die sitzen jetzt woanders.

00:09:50: Also es gibt ja eine Filiale immer noch,

00:09:53: aber die

00:09:54: sind expandiert und sind jetzt, glaube ich, in Hamburg oder so.

00:09:57: In

00:09:57: Hamburg?

00:09:58: Also

00:09:59: ich weiß, dass ihr Freund oder ihr Lebensgefährte lebt in Hamburg, kann sein, dass sie in Hamburg ist, aber ich würde jetzt nicht vermuten, dass die ganze Näherei umgezogen ist.

00:10:08: Die war immer irgendwie noch vor den Toren aus.

00:10:10: Ja, kann sein.

00:10:12: Ja, mit der hatte ich halt ein Interview, ich habe mehrere Sendungen mit der gemacht, sogar fällt mir gerade ein, aber die wesentliche war eigentlich die erste, wo sie halt über die Gründungsgeschichte ihres Unternehmens auch gesprochen hat und über Jeansstoffe gesprochen hat und erzählt hat.

00:10:27: dass heutige Jeansstoffe sehr einfach gewebt sein und darum relativ, also das Gegenteil von robust, relativ schnell kaputt gehen würden.

00:10:37: Insbesondere lasch.

00:10:40: Mild.

00:10:43: Mild.

00:10:43: Ich musste gerade einen Joghurtmild denken.

00:10:45: Ich weiß auch nicht, warum.

00:10:48: Die sagt halt, die sind anders gewebt als früher heutzutage, weil es halt billiger ist, die einfach zu weben.

00:10:54: Und sie würde aber anders weben.

00:10:56: Also ihre... Jeansstoffe, also die produziert unter anderem Jeans.

00:11:00: Und die würde sie halt anders nähen und dadurch wären die stabiler und das kaufe ich ihr ab.

00:11:05: Das heißt Qualität findest du da, wo robustere Stoffe eingesetzt werden?

00:11:13: Also ich würde bei Manu Mama mal gucken.

00:11:14: Also meine Hosen scheuern auch zwischen den Oberschenkeln und da scheuern sie sich auch auf.

00:11:20: und eine Manu Mama Jeans habe ich da aber noch nicht blank gekriegt bisher.

00:11:26: Das ist glaube ich schon mal eine gute Adresse.

00:11:29: Also du brauchst überhaupt nicht in diese ganzen Läden zu gehen, die in den Shopping-Malls sind, wie auch immer sie heißen.

00:11:35: Sicher ist es eigentlich immer derselbe Laden um im anderen Namen und die einen haben es halt in Grün, die anderen in Blau oder so.

00:11:41: Also da brauchst du gar nicht gucken zu gehen, weil das ist alles keine gute Qualität.

00:11:45: Und das erkennt man zum Beispiel bei T-Shirts an den Nähten.

00:11:49: Bei irgendwas, wo ein Reißverschluss dran ist, am Reißverschluss läuft der leicht oder nicht, hakt der und solche Sachen.

00:11:57: Also es gibt Qualität, die ist wahnsinnig teuer.

00:12:00: Sehr, sehr gute T-Shirt.

00:12:01: Es gibt eine T-Shirt-Firma aus Japan.

00:12:04: Da sind die besten T-Shirts, die ich hier in der Hand hatte.

00:12:06: Da kostet eins aber auch hundert Euro.

00:12:10: Ein T-Shirt.

00:12:11: Das muss man moralisch auch.

00:12:12: Ich kann das nicht.

00:12:13: Also ein Freund von mir trägt solche Klamotten, aber der hat auch echt viel Geld.

00:12:19: Man findet Qualität nicht im normalen stationären Einzelhandel.

00:12:23: und auch nicht im Internet bei den normalen Online-Shops.

00:12:26: Also, das Sinnvollste ist wahrscheinlich, es gibt so ein paar YouTube-Kanäle, die nehmen Klamotten auseinander.

00:12:31: Also, das ist wirklich so ein Typen, die kaufen halt eine tausend Euro Jacke und zerschneiden die komplett.

00:12:38: Also, auch wirklich trennen die auf, also die trennen die Nähte auf und gucken sich an, was ist so drin und wie funktioniert das und so.

00:12:44: Oh, interessant.

00:12:44: Das

00:12:44: ist wirklich sehr, sehr interessant, oft auch sehr, sehr ernüchternd, weil du da halt richtig teures Zeug hast, das praktisch nix wert ist.

00:12:52: Aber eben auch immer mal Kleidung dazwischen ist, die wirklich von guter Qualität ist.

00:12:56: Aber das hat wirklich seinen Preis.

00:12:59: Das kann ich nicht anders sagen.

00:13:02: Du kriegst es nicht in billig.

00:13:04: Außer die Jeans bei Manu, Mama, die kosten so viel wie eine Jeans im normalen Jeansladen, halten aber dreimal so lange im Zweifelsfall.

00:13:14: Ja, damit wer das beantwortet.

00:13:16: Meinst du?

00:13:18: Ja.

00:13:18: Ja, weil du ja eh nichts beitragen konntest, genau.

00:13:22: Fällt mir jetzt auf.

00:13:22: Ja, er ist so.

00:13:23: Ja, er ist so.

00:13:23: Manchmal ist das so.

00:13:24: Philipp fragt, ihr habt in der Hundert und Eins, Sendung Hundert Eins, keine Ahnung, wann die war, über euren Niedergang und immer weniger werdende Fragen geplaudert, das kann ich so nicht hinnehmen.

00:13:35: Holgi hat Beutekinder.

00:13:36: Alex arbeitet häufig mit Kindern.

00:13:38: Daher interessiert Philipp, was habt ihr von Kindern gelernt?

00:13:42: Oh shit.

00:13:45: Okay, also ich kann da eigentlich sofort loslegen, wenn du magst.

00:13:49: Ja, mach

00:13:51: mal.

00:13:55: Ich denke eigentlich oft darüber nach, wie viel ich von Kindern eigentlich die ganze Zeit lerne.

00:14:00: Ich habe durch Kinder, glaube ich, gelernt, mich selbst zu akzeptieren, unabhängig von Leistung, Achievement, sozialer Anerkennung von Erwachsenen, weil Kinder... Nämlich authentisch sind.

00:14:15: Die sind uncorrompiert.

00:14:17: Die haben ein ganz feines Gespür für Bullshit und Falschheit.

00:14:20: Sie sind

00:14:21: authentisch, da hat aber dieser Kinderpsychiatr was anderes erzählt, bevor er ihnen Pillen gegeben hat.

00:14:29: Es gibt so ein Kinderpsicherter, der seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten durch sämtliche Medien gezindert wird, der auf dem sämtliche, zumindest macht es den Eindruck, dem sämtliche Jugendämter- und Jugendgerichte oder Familiengerichte, wie es, glaube ich, heißt, blind vertrauen und der... tatsächlich sich was aus dem Arsch gezogen hat, dass er als frühkindlichen Narzissmus bezeichnet.

00:14:52: Oh

00:14:53: mein Gott.

00:14:53: Mit anderen

00:14:53: Worten.

00:14:54: Ja, genau.

00:14:55: Die Kinder, die handeln ja fast planvoll, wenn sie sich auf dem Boden rumwälzen und so.

00:15:02: Der Typ ist, der war über viele, viele Jahre Tonangebend in der Kinderpsychiatrie in Deutschland.

00:15:07: Auch so, dass Gutachten erstellt wurden.

00:15:09: So hat auch jede Menge Bücher geschrieben darüber, dass Kinder Egoisten seien und so.

00:15:16: Um Himmel, sie willen.

00:15:18: Natürlich sind Kinder, Ego, Issen.

00:15:20: Ja, aber halt nicht planvoll, ne?

00:15:21: Ja,

00:15:22: ja, genau.

00:15:23: Nicht im Sinne von eines, ja genau, planvollen.

00:15:26: Das muss ja völliger Spaß sein.

00:15:28: Nein, aber Kinder sind authentisch.

00:15:30: Das könnte man ja auch als A-Sozial ausnehmen, dass sie authentisch

00:15:34: sind.

00:15:35: Ich gebe dir ein Beispiel.

00:15:39: Treffer, asoziale Kinder.

00:15:43: Ich mache eine Lesung für Kinder.

00:15:47: Wenn ich diese Kinder langweile, dann gehen sie.

00:15:50: Wenn ich sie gut unterhalte, dann lachen sie.

00:15:53: Und das ist so völlig das Gegenteil von einer Lesung mit Erwachsenen, die auch mal aus Höflichkeit lachen.

00:16:00: Oder diese Schlangeweile nicht anmerken lassen, die da ganz steif sitzen, obwohl sie sich am liebsten auf den Boden werfen und kugeln würden.

00:16:08: Und diese ganz unmittelbare, diese körperliche Reaktion der Kinder, die ist halt nicht falsch.

00:16:13: Die geben dir ein authentisches Feedback auf deine Köpfe.

00:16:17: Auf deine ganze Präsenz.

00:16:18: Ich weiß gar nicht mehr, was für ein Konzert das war in Berlin.

00:16:23: Na egal.

00:16:24: Wir sitzen da und auch irgendwie aus der Familie mit Kind auch dabei.

00:16:27: Und das Kind vielleicht so, ich weiß es nicht, ich zehn, elf, zwei, ich weiß nicht, wie alt.

00:16:32: Das hat keine zehn Minuten gedauert, da hing das Kind vor dem Smartphone.

00:16:42: Ja.

00:16:43: Muss man halt auch abkönnen.

00:16:44: Ja, aber siehst du und kannst du verstehen, warum es... für mich so eine riesengroße Anerkennung ist, wenn Kinder eben nicht ihr Smartphone rausholen, wenn ich ihnen was erzähle, sondern mich mit großen Augen angelotzen.

00:16:58: Ja, super.

00:16:58: Und das ist so der Maßstab dafür, inwieweit ich mich als liebenswerten Menschen empfind kann.

00:17:04: Und ich gehe einfach davon aus, wenn Kinder mich mögen, dann bin ich liebenswert.

00:17:07: Und da brauche ich nicht viele Follower zahlen.

00:17:10: Da kann mir meintwegen, können mir zehn Leute zuhören, wenn ich podcaste.

00:17:13: Ich brauche keinen Lob von Erwachsenen, irgendwelche Ehrungen, sondern das reicht mir.

00:17:17: Und eine zweite Sache, die ich von Kindern gelernt habe, ist tatsächlich so eine große ... Na ja, ich bin nicht dazu in der Lage.

00:17:24: Aber ich lerne es immer wieder, gelassen zu sein, vertrauen zu haben, ohne Vorbereitung irgendwo reinzugehen.

00:17:31: Weil ich neige nämlich sehr zur Übervorbereitung, um mein Hochstapler-Syndrom irgendwie in den Griff zu kriegen.

00:17:36: Ich muss halt ... Ich hab das Gefühl, ich bin so dumm, um Situationen handeln zu können, auf die ich mich nicht vorbereitet habe.

00:17:42: Und deswegen immer diese Übervorbereitung.

00:17:44: Und wenn ich was vorbereite ... vor einer Session mit Kindern, dann kann ich mir sicher sein, dass es komplett anders laufen wird, dass mindestens drei Enttäuschungen auf mich warten werden, dass bestimmte Kinder nicht da sind, auf die ich aber gezählt habe, dass irgendjemand schlechte Stimmung hat, dass es irgendwelche Rabauken gibt, die gerade meinen, irgendwie stören zu müssen.

00:18:04: Es läuft nie so, wie ich es mir vorgestellt habe.

00:18:06: Und mittlerweile habe ich gelernt, damit zu spielen, die Ressourcen zu nutzen, die einfach da sind, darauf zu vertrauen, dass wir alle zusammen irgendwas hinkriegen werden.

00:18:15: Und das haben mir Kinder gezeigt, dass das auch geht, dass es dann auch immer funktioniert, egal wie katastrophal die Ausgangslage ausschaut.

00:18:24: Also das ist auf jeden Fall ein Learning durch Kinder.

00:18:28: Ein Learning.

00:18:30: Ich hasse dieses Wort, ich kann nicht glauben, dass ich das verwendet habe.

00:18:34: Aber wer so redet, der hat auch nichts gelernt.

00:18:42: Ich habe von Kindern vor allen Dingen sehr viel über Kinder gelernt.

00:18:50: Also meine Frau hat ja zwei Kinder mitgebracht, also die Beutekinder, die erwähnten.

00:18:54: Und ich wusste halt überhaupt gar nichts über Kinder vorher.

00:18:57: Ich wusste nur, die sind da, die sind laut, die sind klebrig und die hinterlassen Dreck.

00:19:04: Und die stinken.

00:19:05: Die stinken tun sie auch, genau, stinken.

00:19:10: Und was ich jetzt, ich mein, das ist auch schon zehn Jahre lang.

00:19:15: Ich lerne halt Dinge über Kinder.

00:19:19: Und das kann ich jetzt eigentlich gar nicht so im Einzelnen aufzählen.

00:19:22: Aber es ist halt so, warum sind die, wie sie sind?

00:19:25: Warum machen die, was sie machen?

00:19:26: Was machen die da überhaupt?

00:19:28: Und so solche Dinge, die haben mich vorher nicht interessiert.

00:19:33: Das interessiert mich jetzt.

00:19:35: Also ich capiere Kinder besser.

00:19:38: Und ich habe gelernt, ich bin ein sehr, sehr ungeduldiger Mensch.

00:19:42: Sehr ungeduldig.

00:19:45: Das sollte man vielleicht nicht sein, wenn man mit Kindern interagieren will.

00:19:49: So, wir gehen jetzt.

00:19:50: Das heißt, du sitzt jetzt noch zwanzig Minuten, bis alles soweit ist, dass man gehen kann.

00:19:55: Solche Sachen halt.

00:19:56: Und da, da, da kann ich nicht.

00:19:57: Wenn ich gehen will, dann will ich gehen.

00:19:59: Sonst hätte ich ja nicht gesagt, ich gehe jetzt.

00:20:03: Solche Sachen, also diese... Kinder, vor allen Dingen diese Kinder, die beiden, also meine beiden sozusagen, die haben mir Geduld beigebracht.

00:20:12: Lange nicht so viel Geduld, wie ich gerne hätte und wie ich haben sollte.

00:20:16: Aber sie haben, wenn ich vorher hundert Prozent ungeduldig war, bin ich jetzt vielleicht noch seventy-fünf Prozent ungeduldig.

00:20:22: Ach Sie an.

00:20:22: Das

00:20:23: ist tatsächlich das, also so eine... Ich habe halt eher so eine Gelassenheit.

00:20:27: dann, wenn es heißt, wir gehen ja, also mittlerweile ist es halt so, dass man manchmal auf mich warten muss, weil ich einfach nicht aufstehe.

00:20:32: Weil du dir doch die Schuhe binden musst.

00:20:34: Ja, weil ich denke, ja, da dauert jetzt eh wieder eine halbe Stunde und dann sind sie nach fünf Minuten stehen, aber was ist jetzt?

00:20:39: Dann stehe ich da so.

00:20:41: Ja, aber das ist, glaube ich, Geduld.

00:20:44: Zu wenig, aber Geduld.

00:20:47: Nächste Frage kommt von Melanie.

00:20:50: Was denkt ihr über die immer häufiger zu hörende Sprachverstümmelung zum Hier?

00:20:56: Ja, also danke fürs Ansprechen.

00:20:58: Gefragt

00:20:58: wird dies aus Zeitersparnisgründen öfter beim Bäcker, wo es darum geht, ob der Kaffee das Brötchenkuchen zum Mitnehmen sind oder eben beim Bäcker an einem Tisch verzehrt wird.

00:21:08: Also ich finde es ja lustig.

00:21:09: Ich finde es auch

00:21:09: total lustig.

00:21:10: Man

00:21:10: kann dann halt auch Antworten mit, nee, nee, zum Mit.

00:21:15: Ich finde es auch total hilarious.

00:21:19: Ich frag mich halt nur immer, wie Leute aus dem Ausland das jetzt verstehen sollen.

00:21:22: Das wird ja so in keinem Lehrbuch stehen.

00:21:24: Das ist nicht irgendwie so eine Standardkonversation.

00:21:27: Also so Lehrbuch, Lektion, A-Zwei, bis mein Bäcker fragt die Bäckerin so zum Hier.

00:21:34: Also das wird in keinem Lehrbuch stehen.

00:21:36: Das ist auf jeden Fall verwirrend.

00:21:37: Aber ich finde Sprachverkürzungen, wo wir schon bei Schaben sind, ich finde Sprachverkürzungen grundsätzlich lustig und ich adaptiere dies sofort.

00:21:46: Also ich geh immer Rossmann.

00:21:49: Seit Jahren gehe ich Aldi.

00:21:52: Obwohl, nee, ich nicht.

00:21:55: Also bei Aldi ist ja sowieso noch mal was ganz anderes.

00:21:57: Ich gehe grundsätzlich nach.

00:22:02: Weil ich das lustig, ich gehe grundsätzlich nach und zwar Albrecht.

00:22:05: Nach Albrecht?

00:22:06: Ich

00:22:06: gehe nach Albrecht.

00:22:09: Weil früher ist der Land ja Albrecht.

00:22:12: Und irgendwie finde ich das lustig zu sagen, ich würde nach Albrecht gehen.

00:22:17: Versteht halt keine alte Sau aus.

00:22:23: Ich überlege gerade, ob ich bei irgendwas... Also eigentlich mache ich dabei nicht mit.

00:22:26: Also wenn die, man sagt zum hier, sag ich nicht, entweder ja oder nicht, zum mitnehmen tatsächlich.

00:22:32: Ich sage schon das ganze Wort.

00:22:34: Und außerdem, wenn du sagst, naja, es ist irgendein Touristen, glaubst du, englischsprachige Menschen... Wüssten, was to go bedeuten soll?

00:22:43: Ja,

00:22:43: eben.

00:22:44: Das ist ja auch so geil.

00:22:45: Wie zum gehen, was?

00:22:47: Genau.

00:22:48: Noch besser war mal, es gab mal von, ich glaube, das war Shell.

00:22:54: Hier so Shop in Tankstelle, ne?

00:22:56: Und die heißen so Reve City oder so heißen die dann gerne mal.

00:23:01: Und bei Shell habe ich mal eingesehen, der hieß On the Run.

00:23:04: Oh, auf

00:23:05: der

00:23:05: Flucht.

00:23:06: Auf der Flucht noch irgendwas einkaufen.

00:23:08: Was ist mit euch?

00:23:09: Ja,

00:23:09: und weißt du was?

00:23:10: Bei uns gibt es einen Friseurladen.

00:23:12: Männerfriseur, der heißt Man's Room.

00:23:20: Das ist ungefähr wie die vielen Arschläden, die du draußen siehst, die Backshops.

00:23:29: Oh mein Gott, das ist so kaputt.

00:23:34: Was mir wirklich schon passiert ist und auch mit Sicherheit in Zukunft passieren wird, ist, wenn man mich unterwegs anruft und fragt, wo bist du, dann kann es tatsächlich sein, dass ich nur mit einem...

00:23:43: ...Rossmann anrufe.

00:23:45: Ja, eher so was wie Stutti, was der Stuttgarter Platz wäre.

00:23:48: Ich bin am Stuttgarter Platz, heißt ich bin Stutti.

00:23:51: Das kann passieren, weil ich auch... Gelinglich am Stuttgarter Platz bin vielleicht.

00:23:56: Aber grundsätzlich finde ich das lustig.

00:23:58: Ja und das ist ja auch, es ist was Sprachen tun.

00:24:02: Spracheneigen dazu eher sich zu vereinfachen als zu verkomplizieren.

00:24:09: Und diese Abkürzungen, also bei manchen Sachen.

00:24:13: Da sind Abkürzungen für mich wirklich ein großes Rätsel, auch in geschriebener Sprache.

00:24:18: Kannst du mir sagen, woher das kommt oder warum man das tun sollte, das Wort Frau abzukürzen mit fr.

00:24:26: Das sind doch zwei Buchstaben.

00:24:29: Zwei Buchstaben.

00:24:30: Ich verstehe jetzt, wenn man aus drei Silben zwei macht oder so.

00:24:34: Ich vermute.

00:24:34: Aber warum man fr.

00:24:37: Ich vermute, weil frühe Datenbanken.

00:24:41: Nicht viel Speicherplatz hatten.

00:24:44: Ja,

00:24:46: das ist jetzt schlau.

00:24:48: Das könnte wirklich sein.

00:24:50: Also da kürzt du halt ab, so viel du abkürzen.

00:24:52: Der Jahr zweitausend Fehler, wir erinnern uns.

00:24:54: Ja, ja, ja, genau.

00:24:55: Und die Leute übernehmen das und deswegen finde das dann im normalen Schriftbarkehrstart.

00:24:59: Also wenn jemand eine E-Mail schreibt, weil er eben diese... diesen Ursprung dieser Abkürzung nicht reflektiert.

00:25:06: Ja, für dich

00:25:06: vermuten.

00:25:06: Also als das würde mich nicht wundern,

00:25:08: wenn mit dem

00:25:09: Beginn der elektronischen Datenverarbeitung auch in Ämtern und Personalabteilungen und sowas dann die Anschreiben alle mit Frand eingeleitet werden.

00:25:20: Ja,

00:25:20: ja, ja.

00:25:22: Nächste Frage kommt von Rainer.

00:25:25: Ich habe neulich ein Video aufgezeichnet, dabei meine eigene Stimme gehört.

00:25:28: Ich war entsetzt.

00:25:30: Ich weiß zwar, dass ich nie Sprecher werden kann, aber der Unterschied zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung meiner Stimme ist schon übel.

00:25:34: Wie kommt ihr als berufliche Sprecher oder Podcaster mit diesem Unterschied klar?

00:25:41: Boah, das ist reine Geföhnungssache.

00:25:46: Ich war auch immer schockiert von meiner Stimme, wenn ich als zehnjährige Sachen aufgenommen habe.

00:25:52: Ich habe ganz viel gerappt.

00:25:56: Mit zwölf?

00:25:57: Ich hatte immer so... Wie heißen

00:25:59: so

00:26:00: Playback?

00:26:00: Nein, nein.

00:26:01: Ich hatte solche Playback-Versionen von zum Beispiel TLC Waterfalls.

00:26:06: Karaoke.

00:26:07: Ja, so karaokemäßig, ja genau, genau.

00:26:10: Und da habe ich mir eigene Raptexte so ausgedacht.

00:26:13: Meistens ging es so um Magersucht, um das Gefühl von Hoffnungslosigkeit.

00:26:18: Dann habe ich so eigene Raptexte halt mir ausgedacht und ihn dann so drüber gerappt und auch über die Easy Listing CDs meiner Eltern.

00:26:26: Die haben sich auch sehr gut als so Rap Grundlage geeignet.

00:26:29: Und da war ich wirklich entsetzt davon wie meine Rapper.

00:26:33: drinnen Stimme klingt und hab mir gedacht, nee, du bist nicht Sabrina Settler, aus dir wird nix.

00:26:39: Geh lieber in eine andere Richtung, nicht rappen.

00:26:41: Ich war wirklich schockiert von meiner Stimme.

00:26:43: Und ähm... Auch so, auch so, ähm... Ich hab hier sehr viel aufgenommen, ich hab eigentlich sehr viel aufgenommen mit Freunden, denn irgendwelche Quatschhörspiele und so.

00:26:53: Ähm... Als Teenager war es dann besonders schlimm.

00:26:59: dass ich das nicht mochte.

00:27:00: Ich fand dich klang so uncool.

00:27:02: Und irgendwie auch mein erster Podcast, den ich gemacht habe, erst mal nur für mich, weil man mich ermuntert hat, mal einen Blogtext einzulesen.

00:27:11: Da dachte ich auch, naja, das kannst du auf keinen Fall hochladen.

00:27:14: Und im Grunde kam das erst mit dem Podcasten.

00:27:18: Mit dir und auch mit der Kada, dass ich mich nach und nach selber an meine Stimme gewöhnt habe.

00:27:25: Und zwar, weil ich sie auch selber häufig angehört habe.

00:27:28: Also so eine Aufnahme, die wir gemacht haben, die habe ich mir dann nochmal angehört, um zu schauen, wo ich mich verbessern kann oder wo ich irgendeinen Scheiß erzählt habe oder so.

00:27:37: Und durch diese Vertrautheit mit der eigenen Stimme ist dieses Befremdungsgefühl komplett weggedacht.

00:27:46: Ich höre das nicht, also ich, ich, ich merke das nicht mehr, dass, ich meine, ich spreche seit nineteenhundert, seit Silvester, nineteenhundert, siebenneunzig, also Jahreswechsel, siebenneunzig, achtenneunzig, spreche ich in Mikrofone, ähm, und hab mich da einfach sehr dran gewöhnt.

00:28:01: Was mir, was mir gelegentlich nochmal auffällt, ist, ich, ich weiß es natürlich nicht, aber ich glaube, dass ich, dass meine Stimme viel tiefer ist, als sie in meinem Kopf klingt.

00:28:15: Das habe ich, da denke ich manchmal, hey, das bin ich.

00:28:18: Also das ist so, aber selbst da, ne, ich merke das nicht mehr, tatsächlich nicht.

00:28:22: Ja.

00:28:23: Also ich kann den Fragesteller nur ermutigen.

00:28:28: sich seine eigene Stimme öfters anzuhören.

00:28:31: Und was diesen Effekt gibt es ja auch bei sich selber auf Videos

00:28:36: sehen.

00:28:37: Ja, ich mag auch nicht fotografiert werden, weil ich mich für komplett unfotogen halte.

00:28:41: Und alle sagen immer, ne bist du doch gar nicht.

00:28:43: Aber das mit der Stimme, das ist übrigens normal, das haben alle.

00:28:47: Das ist nicht nur, das haben wirklich alle.

00:28:51: Ja.

00:28:52: Genau, also aus der emotionalen Ablehnung deiner Stimme kannst du nicht folgern, dass deine Stimme scheiße

00:28:57: ist oder dass

00:28:58: sie sich unschön anhört.

00:28:59: Nee, das wirklich nicht, nee, da muss man andere Sachen zur Hilfe nehmen.

00:29:06: Enno fragt, weiß eigentlich Death Lev von seiner Rolle?

00:29:12: Um Gottes

00:29:13: Willen.

00:29:13: Da musst du jetzt ein bisschen ausholen.

00:29:15: Deslef war ein Gossik-Typ, in dem

00:29:18: du noch verliebt warst.

00:29:21: Nein, ein Metalhead aus meiner Schule, in der ich verliebt war.

00:29:25: Und zwar nicht ein Jahr, nicht zwei Jahre, nicht drei Jahre, sondern vier Jahre.

00:29:31: Also wirklich Dauerschwarm, absoluter Dauerschwarm.

00:29:34: Und ja, ich hab ihn immer angehimmelt.

00:29:38: Und irgendwann kannten wir uns dann, weil ... weil wir den selben Gitarrenlehrer hatten und ich hatte ein Date mit ihm, also ich sag jetzt Date in Anführungszeichen, weil es nur von meiner Seite ein Date war und von seiner halt nicht.

00:29:52: Er

00:29:53: wollte los mal gucken.

00:29:58: Der wollte mir eigentlich nur sein... ... seine Gitarren zeigen.

00:30:03: Naja, egal.

00:30:04: Jedenfalls ist die Story dazu, dass ... ... die habe ich aber schon mal in der Frindheit erzählt, ... ... dass ich an meinem achtzehnten Geburtstag ... ... die Geburtstagsgesellschaft verlassen habe ... ... kurz vor Mitternacht ... ... und zu Dethelf gegangen bin.

00:30:17: Egal, jedenfalls ... ... habe ich dann eine Romanfigur aus ihm gemacht ... ... die dann aber aus dem Roman wieder rausgeschrieben wurde ... ... aus Minigolf Paradiso ... ... und ... Ja, Death Lef weiß tatsächlich nichts davon.

00:30:32: Ich bin zwar bekannt mit einem seiner besten Freunde, aber ich glaube nicht, dass er das an ihn herangetragen hat.

00:30:40: Zumindest hoffe ich das.

00:30:41: Wäre ja eine ganz geile Figur für so eine Graphic Novel, oder?

00:30:45: Deathlap.

00:30:45: Kannst du sehr geile Sachen zeichnen?

00:30:48: Aber

00:30:48: den gibt es schon als Graphic Novel.

00:30:50: Das ist nämlich das Ding.

00:30:51: Ich sag das jetzt sehr geheimnisturisch.

00:30:54: Aber der Bekannte, von dem ich rede, der ist Comic Zeichner.

00:30:58: Und es gibt tatsächlich einen Comic, in dem Deathlap vorkommt.

00:31:03: Jetzt ohne Scheiß, der kommt da wirklich drin vor.

00:31:05: Zwar nicht als Deathlap, sondern so.

00:31:08: Das ist einem echten Namen.

00:31:09: Aber ja, so ist es.

00:31:10: Wir werden eine Konto-Nummer veröffentlichen und wenn da genug Geld drauf zusammen ... gekommen ist, dann gibt es die Sondersehendung.

00:31:19: Wo du sagst, Gitarren zeigen, das habe ich mit Sicherheit auch schon mal erzählt.

00:31:22: Ich kenne ja einen Typen, der hat, da waren wir adolescent, irgendwie irgendwas zwischen siebzehn und zwanzig, keine Ahnung, der hat eine Frau, also eine Mitschülerin, mit zu sich nach Hause genommen und gesagt, er wolle ihr seine Briefmarkensammlung zeigen.

00:31:38: Und hat ihr seine Briefmarkensammlung gezeigt und sie

00:31:42: dann wieder weggeschickt?

00:31:46: Das ist ja großartig.

00:31:52: Super, oder?

00:31:53: Ja.

00:31:54: Und das ist weiter entfernt davon gewesen, Schälen zu sein.

00:31:57: Ich glaube, der war einer der Hübschesten von allen Jungs.

00:32:00: Aber ja, der hat er halt gemacht.

00:32:02: Aber vielleicht war das so ein Prank?

00:32:05: Vielleicht.

00:32:06: Also, der war nie uncool.

00:32:07: Das muss man aussahen.

00:32:08: Der war nie uncool.

00:32:09: Und als ich ihn dann bei, ich glaub, ich glaub, zwanzig oder fünf, zwanzig Jahre Abi gesehen hab, hab ich gesagt, scheiße, er war nicht nur nie uncool.

00:32:14: Und einer der schönsten, sondern der Alt hat halt auch einfach nicht der Arsch.

00:32:18: Das war echt krass,

00:32:18: der ist null gealtert.

00:32:20: Also, das kann ich nicht sagen, aber immer noch das volle Haar, keine Falten im Gesicht.

00:32:24: Schlimm, schlimm ist das.

00:32:26: Na ja.

00:32:27: Mir kann man es ja

00:32:28: machen.

00:32:30: Melanie schreibt, absolut nervig sind diese Autoreifen großen, runden Metallteile an der Wand, die in öffentlichen Klos ihren Inhalt so konsequent in sich verstecken, bis man doch wieder bald bis zum Ellbogen drin steckt, um wenigstens ein winziges Stück Klopapier zu ergattern.

00:32:44: Was denkt ihr darüber?

00:32:47: Was denkt ihr über Klopapierhalter in öffentlichen... Ich finde die alle total scheiße.

00:32:51: Diese

00:32:53: ganzen, weil

00:32:54: du ziehst dran, dann macht es, äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh

00:33:16: äh äh äh äh

00:33:17: ä. Wir reißen dir den Arsch bis zum Anschlag auf Papier drin.

00:33:21: Ich denke

00:33:21: mir, wird das zusammengeliefert?

00:33:23: Ist das so ein Kombo?

00:33:24: Ist das gewirrt das zusammen?

00:33:27: Ich finde das ganz schrecklich.

00:33:28: Und es gibt aber neuer Dings, habe ich die gesehen, auf Campingplätzen häufig.

00:33:33: Neue Spender, also die ich so nicht kenne oder kannte.

00:33:36: Einfach kleine Plastikkästen an der Wand.

00:33:40: Und vorne ist so ein Loch drin und die Blätter liegen praktisch gestapelt einzeln hintereinander und du ziehst aus diesem kleinen Loch immer nur ein Blatt raus, wie aus so einem Taschentuchspender oder irgendwie sowas, weißt du?

00:33:50: Nur ein so ein Sitt, ein Blatt rausgezogen und dann guckt das nächste Blatt einfach so ein Zentimeter weit raus und du kannst das nächste rausziehen, aber kommt immer nur ein Einzelnes, da waren es dann auch immer weiche Kloberbierblätter raus.

00:34:05: Ah, diese Blechteilung ist furchtbar.

00:34:08: Also eins, was ich noch schlimmer finde, als diese Blechdinger mit Klopapier, sind die alten Seifenspender aus der Bahn.

00:34:13: Ich weiß nicht, ob du die noch kennst, wo man unten dran gedreht hat.

00:34:18: Oder so eine stange Seife drin stand und es war immer irgendwie ekelig.

00:34:23: Ja, total.

00:34:25: Komm schnell weiter.

00:34:26: Schnell

00:34:26: weg, weg hier.

00:34:29: Philipp.

00:34:30: Schreibt.

00:34:31: Holgi hat im Realitätsabgleich, folge von der Folge, dass er eine dezidierte Beratkartoffelfanne hat.

00:34:38: Ich habe eine dezidierte Pfannkuchen-Fanne.

00:34:42: Es ist vor allem eine dedizierte Beratkartoffelfanne, die ich habe.

00:34:45: Die ist nicht dezidiert.

00:34:46: Aber okay, Alexandra, ich habe übrigens noch mehr.

00:34:49: Ich habe auch eine Omelette-Pfanne.

00:34:52: Was die geilste Pfanne ist, die ich habe.

00:34:55: Ich weiß nicht, warum, ob das Zufall ist.

00:34:57: Die Hitzeverteilung ist so, alles ist super.

00:34:59: Ich benutze die für alles außer ... für alles außer Omelettes, für alles auch für Omelettes.

00:35:05: Die Frage ist aber, Alexandra, hast du besondere Pfannen oder alternativ andere spannende Küchengeräte?

00:35:10: Ich habe eine dezidierte Käse-Reibe.

00:35:14: Wofür oder wogegen hat die sich denn entschieden?

00:35:16: Ja, eben.

00:35:17: Ich finde das total geil.

00:35:18: Ich hatte letztens Streitgespräch mit jemandem, genau über diese ... Über dieses Thema, der hat halt Kackdreist behauptet, dass es, ähm, dediziert heißt und nicht dezidiert.

00:35:31: Wenn man sagt, also hier muss man

00:35:33: tatsächlich ... Seines Erachtens nach, ne?

00:35:35: Ja.

00:35:35: Hier

00:35:36: muss man dediziert sagen, nein, nein, nein, nein, nein,

00:35:40: nein.

00:35:41: Das heißt, entschieden, to decide.

00:35:44: Genau.

00:35:45: Ja?

00:35:46: Ja, aber seines Erachtens nach, ist ja auch so eine Floskel, wo ich immer denke, es ist nicht deines Erachtens nach.

00:35:52: Es ist auch nicht wieder.

00:35:52: Der meinte halt, sediert kommt irgendwie von DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC,

00:36:01: DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC,

00:36:04: DC, DC, DC, DC,

00:36:07: DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC,

00:36:18: DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, DC, Oder warte, warte, warte, ich hab noch eins.

00:36:24: Wiedererwartend.

00:36:25: Das ist geil, oder?

00:36:27: Nee, das muss man anders formulieren.

00:36:30: Ja, anders da.

00:36:36: Einer der alten Nachbarn meiner Eltern hieß ... Ich weiß gar nicht mehr, wie er hieß, Müller.

00:36:40: Ich nenn ihn Müller.

00:36:42: Und als er sein Haus gebaut hat, ist er irgendwie alle paar Tage auf der Baustelle aufgeschlagen.

00:36:47: Er hat gesagt, nee, das machen wir anders.

00:36:51: Und danach haben die den in der Nachbarschaft immer nur Müller Anders genannt.

00:36:57: Find ich auch schön.

00:36:57: Das ist der Herr Müller Anders.

00:36:59: Ah ja.

00:37:00: Mito da ohne Haar.

00:37:02: Na aber was hast du für spannende Küchengeräte?

00:37:05: Außer der dezidierten Käsereibe.

00:37:07: Ich hab nur eine dezidierte Küche-Käserei.

00:37:10: Was weiß denn ich über Küchengeräte?

00:37:12: Ich kann ja nicht kochen.

00:37:14: Also, ich weiß nichts.

00:37:16: Ich kenne mich da gar nicht aus.

00:37:17: Das sind für mich einfach alles Instrumente zum Krachmachen.

00:37:21: Ich weiß nicht, was das alles ist und was es kann.

00:37:23: Weiß ich wirklich nicht.

00:37:24: Was?

00:37:25: Ja, okay.

00:37:25: Dann halt nicht.

00:37:27: Du hast noch nicht mal einen Dämpfeinsatz.

00:37:28: Hast du keinen Dämpfeinsatz?

00:37:30: Ich

00:37:30: hab keinen Dämpfeinsatz im Gotteswillen.

00:37:32: Was ist das?

00:37:33: Das ist ein Metall-Ding-Sie, das du in einen Topf stellst, sodass du im Topf praktisch einen doppelten Boden gibst, also praktisch eine zweite Ebene in den Topf einziehst.

00:37:44: In dieser zweiten Ebene sind Löcher.

00:37:46: Oben drauf legst du deinen Gemüse oder was auch immer du dämpfen willst.

00:37:49: Unten in den Topf machst du Wasser und siehst so, dass das Wasser verdampft und dann gart dein Gargut im Wasser dampft.

00:37:56: Tolles Teil.

00:37:57: Ist so ein Kostenzena und ist so eins dieser ... Einer dieser Küchenhelfer, von denen man nicht weiß, dass man sie haben will.

00:38:09: Nö, interessiert mich nicht.

00:38:13: Falk, wüsste gerne, welches ist eure Lieblingspaprikasorte?

00:38:18: Borda gibt's Sorten?

00:38:19: Gelb, rot, grün.

00:38:21: Ach so, die gelben.

00:38:22: Die gelben, ne?

00:38:22: Die gelben, die sind am ehesten süß.

00:38:24: Die grünen sind häufig bitter, die roten sind zu pedestrian.

00:38:29: Jetzt ist halt so die Standardpaprika.

00:38:31: Ja, ich finde auch die gelben am leckersten tatsächlich.

00:38:33: Maximilian wüsste gerne, ob KI noch das große Ding ist, dass unser aller Leben verändern wird.

00:38:40: Wie hat die technologische Entwicklung in der KI euer Leben beeinflusst?

00:38:45: Also zu diesem Thema sage ich ja mal so, mal so.

00:38:49: Ich halte oft leidenschaftliche Vorträge zum Thema KI.

00:38:54: Also unter anderem Podcast.

00:38:56: Also eigentlich nur ein Podcast.

00:38:57: Ich dachte schon, das gehe irgendwie die Ringvorlesung mit.

00:39:03: Also ich bin entweder total dystopisch drauf oder macht kritisch oder so.

00:39:08: Aber heute möchte ich sagen, ja KI ist ein riesengroßes Ding.

00:39:12: wird natürlich auch overhyped.

00:39:16: Ich empfehle, ich empfehle dazu, es gibt doch diesen Podcast, der jedem reingedrückt wird, der irgendwie so staatsdragend ist, Hotel Matze.

00:39:23: Ach so.

00:39:24: Und der hat sich unterhalten mit dem Philosophen Markus Gabriel.

00:39:28: Mhm.

00:39:29: Not a Fan, aber hört euch das mal an, dann gibt es viele interessante ... Denkanstöße, Denkimpulse, die ... Die einen vielleicht helfen können, das Thema nicht so dogmatisch zu sehen, sondern aus vielen verschiedenen Blickwinkeln auch aus einer ganz positiven Sicht.

00:39:49: Also das hat mich extrem inspiriert, das empfehle ich.

00:39:52: Kannst du ja mal verlinken, wenn du magst.

00:39:55: Und ja, es ist echt krass, wenn ich mich so mit Leuten unterhalte, wirklich alle nutzen es.

00:39:59: Neulich beim Friseur gewesen, Schabenfriseur ist mein Friseur und der hat mir erzählt, was der dafür geile Gespräche führt mit seiner KI, über islamische Mystik unterhalten, die sich ab so richtig tiefgehende und wieder das auch interpretiert hat.

00:40:17: Das finde ich ja immer... Interessant, wie andere Menschen das, was sie tun, interpretieren.

00:40:23: Und er sagt zum Beispiel, er interpretiert das so, dass Chatchity sozusagen, es hilft ihm, mit sich selber befreundet zu sein.

00:40:32: Denn er ist mit der KI befreundet, in dem Sinne, dass sie halt in einem Verhältnis beteinander sind, in einem Gesprächsverhältnis und dadurch, dass die KI ihm das spiegelt, was er schon eingibt.

00:40:44: sind das jetzt seine eigenen Gedanken, die zu ihm zurückkommen und ihm helfen irgendwie klarzukommen und insofern definiert er, dass das eine Freundschaft mit sich selber.

00:40:51: Das finde ich interessant, weil wenn man jetzt die Kinder aus der vierten Klasse fragt, was faltet ihr von Chatchi B.T.

00:40:57: kommt?

00:40:57: Chatchi B.T.

00:40:58: ist mein bester Freund!

00:41:00: Das ist wirklich so.

00:41:01: Das ist wirklich entsetzlich.

00:41:03: Es ist tatsächlich entsetzlich und ich muss den Kindern dann erklären, dass Chechipiti zu nutzen so ist, als würde man stark sein wollen.

00:41:10: Aber statt Muckis aufzubauen im Fitnessstudio tut man sich so Schwimmflügel dran und zieht ein Pullover drüber an und freut sich, dass alle denken, du wirst stark.

00:41:20: Ja, aber du selber fühlst dich immer schwach.

00:41:22: Du bleibst schwach und wirst wissen, dass du schwach bist.

00:41:27: Und dann ist es nicht mehr ein Hochstabler-Syndrom, sondern das ist dann Hochstablerlei.

00:41:33: Das ist

00:41:33: furchtbar.

00:41:34: Auch gerade bei Kindern kann ich das ja noch nachvollziehen, dass die das völlig misinterpretieren.

00:41:39: Aber Erwachsene, die so mit der KI, also das, was wir, also large Language Models, die mit diesen LLMs umgehen, die haben nicht die leiseste Ahnung, wie diese Dinger funktionieren.

00:41:54: Das weiß ich.

00:41:56: Aber kann man das sehen, verübeln?

00:41:58: Nein, nein, nein.

00:41:58: Das ist der Eleister-Effekt von ganz früher.

00:42:02: Den hatte

00:42:02: selbst ich.

00:42:03: Ich habe in Berlin im Technikmuseum gesessen und mit Eleiser rumgespielt und hab gedacht, wow, das Ding kann denken.

00:42:12: Aber daneben ist eine Erklärung, wie das funktioniert.

00:42:16: Es gibt zu diesen ganzen LLMs keine wirkliche Erklärung, die den Leuten einfach mal sagt, das ist alles Schwachsinn, was hier passiert.

00:42:23: Das Ding kann noch nicht mal Semantik.

00:42:27: Der selbst die Semantik, die es zu können scheint, ist einfach nur ein statistischer Vorgang.

00:42:33: Darum halluciniert es halt auch so oft.

00:42:35: Und ich finde das wirklich furchtbar, wie wenig... Also, weißt du, als das losging, mit alle sollen online sein, Mitte der Neunziger, da gab es dann irgendwann mal so CDs, oder war es DVD nicht, aber es waren CDs noch, der Internetführerschein.

00:42:51: Ich glaube von Web.de gab's den sogar mal.

00:42:54: Da hast du wirklich so eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

00:42:56: Was ist das?

00:42:57: Wie geht das?

00:42:58: Was ist ein Server?

00:42:59: Was ist ein Client?

00:43:00: So was würde ich mir für Large Language Models auch wünschen, weil die taugen nichts.

00:43:05: Jedenfalls nichts von dem, was die Leute glauben, dass sie taugen.

00:43:09: Und ich benutze die Dinger selbst sehr gerne.

00:43:12: Ja, ich auch.

00:43:12: Aber auch tatsächlich für genau die Sachen, die sie können, nämlich mit Dinge zu sagen, die ich längst weiß.

00:43:19: Ja.

00:43:20: Genau das.

00:43:21: Und sie umzustrukturieren

00:43:22: oder so.

00:43:24: Will den ... Wochenlämmerung.

00:43:26: Gutes Beispiel.

00:43:28: In der Wochenlämmerung, was wir da machen in dieser Sendung, ist ja, dass wir die Nachrichten der vergangenen Woche irgendwie nochmal rekapitulieren, zumindest soweit sie uns interessiert haben.

00:43:36: Wir rekapitulieren das, wir ordnen ein bisschen ein und wo es geht, geben wir noch ein bisschen mehr Informationen zu der Sache dazu.

00:43:41: Ich reg mich dann auch gerne auf, weil Politik sich an Scheinlösungen abarbeitet, die Medien sowieso alle doof sind und alle viel blöder sind als ich selbst.

00:43:49: So.

00:43:50: Was ich da mache ist ich lese sehr viel Zeitung.

00:43:52: ich habe ich weiß ich müsste jetzt mal ich weiß nicht wie viele Zeitungsabus ich habe ich habe ich lese halt sehr viel Zeitung.

00:43:59: so.

00:44:01: Jetzt Akkumulierst du ja einen.

00:44:05: ich sage mal Kenntnisstand.

00:44:07: ja du liest die ganze Woche Zeitung da immer wieder taucht ein bestimmtes Thema auf und so und du akkumulierst ein Kenntnisstand.

00:44:12: und ich habe festgestellt ich kann mich jetzt hinsetzen und kann das Ding runter schreiben als Manuskript dass ich referiere.

00:44:19: oder ich

00:44:20: kann

00:44:21: Diese ganzen Sachen, die ich gelesen habe, die ich längst weiß, die in mir warbern, aber unstrukturiert sind, in so einen LLM-Kippen und kann sagen, fass mir das mal zusammen.

00:44:31: So, das machen die.

00:44:32: Das machen die Dinger sogar ziemlich gut.

00:44:34: Es ist sehr, sehr selten, dass ich da korrigieren muss.

00:44:37: Aber ich mach das nur, weil ich weiß, was hinterher vermutlich falsch sein wird, wenn ich es dann lese.

00:44:46: Exakt.

00:44:47: Du musst immer die Autorität bleiben.

00:44:49: Das ist keine Antwortmaschine.

00:44:52: Das

00:44:52: ist

00:44:52: das nicht.

00:44:53: Genau.

00:44:54: Und

00:44:54: so kann man die Dinger natürlich nutzen.

00:44:56: Aber die ganzen Leute, die auch ... Ich sehe das ja auch im Alltag.

00:44:58: Ich sehe das in der Nachbarschaft.

00:45:01: Es wird sofort die LLM-App hochgefahren und es wird irgendeine Frage gestellt.

00:45:05: Und die Antwort ist dann absolut ...

00:45:07: ... gesetzt.

00:45:08: Genau.

00:45:09: Und das geht natürlich nicht.

00:45:10: Das kannst du nicht machen.

00:45:11: Also wirklich, das ist ... Ja.

00:45:13: Ja, und ich finde es total cool, wie manche Menschen, die in der Lehre an der Universität tätig sind, mit diesem Thema umgehen, wie sie quasi den Studierenden beibringen, also einen guten Umgang damit beibringen und zwar Aufgabe.

00:45:31: Lass einen Text von der KI oder von Chatchapity zusammenfassen und bewerte diese Zusammenfassung.

00:45:40: Ja.

00:45:41: Als Aufgabe.

00:45:41: Ja.

00:45:42: Beferrte

00:45:43: diese zusammen.

00:45:43: Das ist das Ding.

00:45:44: Genau.

00:45:45: Und anders darf man das nicht benutzen.

00:45:47: Auf gar keinen Fall.

00:45:49: Nein, nein, nein.

00:45:50: Wofür

00:45:50: ich es auch übrigens benutze, ist ... Zahlen ausrechnen.

00:45:56: Ich kippe da auch Sachen vom Statistischen Bundesamt rein und sage, wie ist es, wie verhält sich diese Zahl zu dieser Zahl über diesen Zeitraum und solche Sachen?

00:46:05: Kann

00:46:05: die das?

00:46:06: Ich meine, dass das bei solchen Rechenoperationen eben nicht so

00:46:12: läuft.

00:46:12: Du kannst dir auch sagen, wir hast nur das gerechnet.

00:46:17: Das ist pure Faulheit.

00:46:18: Ich könnte mir auch hinsetzen und den Dreisatz selber machen.

00:46:22: Aber das sind auch alles Sachen, die ich eigentlich weiß.

00:46:26: Wo ich ein bestimmtes Ergebnis erwarte.

00:46:30: Und das kommt da entweder raus oder es kommt nicht raus.

00:46:31: Ist es zu dicht an dem, was ich erwartet habe, lese ich noch mal nach?

00:46:35: Und ist es zu weit weg von dem, was ich erwartet habe, lese ich auch noch mal nach?

00:46:39: Also im Grunde ist das einfach nur eine Krücke zur Erkenntnis, aber mehr nicht.

00:46:46: Ja, genau.

00:46:46: Also ich würde auch niemals irgendwelche Texte von der KI generieren lassen, die eigentlich meine intellektuelle Leistung sein sollten oder so.

00:46:56: Und da kommt ja auch nichts Neues raus und nichts Interessantes.

00:46:59: Was ich aber tatsächlich glaube, ist, dass unterschätzt wird, welche Wirkung... Chatshipiti oder überhaupt diese KI-Clients haben als therapeutische Unterstützung.

00:47:11: Ich glaube, das wird jetzt noch massiv unterschätzt, wie gut das Menschen tut und wie sehr das auch die Lücke schließt, die wir in der Therapie haben.

00:47:20: Also natürlich, wir können das jetzt bewerten.

00:47:22: Ist es langfristig hilfreich?

00:47:24: Das weiß ich nicht.

00:47:26: Es ist ja keine echte Beziehung.

00:47:29: Also zu einem echten Menschen, der dir auch mal Widerworte gibt, wobei ihr auch Widerworte gibt, wenn du sie darum bittest.

00:47:35: Es fühlt

00:47:36: sich ja so an, als wäre es ein echter Mensch.

00:47:38: Wie fühlst du dich damit?

00:47:41: Ja, genau.

00:47:41: Und darum denke ich, dass tatsächlich viele Menschen, die psychische Probleme haben, die oft emotionale Extremzustände haben, mit denen sie nicht umgehen können oder die sich in Sachen reinsteigern, dass die dadurch so ein bisschen ... gebremst werden können oder eingehegt werden können.

00:48:02: Also ich habe zum Beispiel diese Erfahrung gemacht.

00:48:05: Ich habe auf diesen Zug, dass ich mich schnell, sehr schnell in irgendwelche Sachen reinsteigere.

00:48:11: Und dann schreibe ich die halt kurz rein und kriege dann halt irgendwie so eine Reflexion.

00:48:16: Und das erlaubt mir, das erlaubt mir, also Reflexion ist das falsche Wort, aber du weißt, was ich sagen will.

00:48:22: Also einfach eine andere Formulierung, das erlaubt mir, zurückzutreten von meinem Problem und zu sagen, Ah ja, klar, so ist das.

00:48:28: Und dann ist diese Überidentifikation weg.

00:48:30: Verstehen.

00:48:31: Und ich denke einfach, dass es tatsächlich einen sehr positiven Effekt hat.

00:48:34: Und apropos positiver Effekt, auch emotional, du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr es mein Leben besser macht, dass ich solche tedious Tasks an die KI abtreten kann.

00:48:47: Sprich... Also ich bin so jemand der wahnsinnig, der tedious tasks.

00:48:53: Also so Sachen, die einfach keinen Spaß machen.

00:48:57: Ich muss Spaß an etwas haben, um es einigermaßen schnell zu machen.

00:49:01: Wenn ich keinen Spaß an etwas habe, dann dauert das Stunden.

00:49:04: Und wenn ich jetzt in meiner nicht mehr Muttersprache polnisch eine E-Mail verfassen muss, die keine andere Funktion hat, als Informationen zu übermitteln, dann... Jetzt ist mich so dermassen an, wenn ich dann eine Stunde sitzen muss, über jedes Wort nachhaken muss, noch bei Papa anrufen muss, damit der korrigiert, auch habe ich jetzt die richtigen Worte und ich will mir auch nicht die Blöße geben, dass ich kein Polnisch kann, hier mit dem polnischen Verlag kommunizierend, ja.

00:49:30: Und da ist es eine unglaubliche Hilfe, Chatchapity zu haben, die solche Bullshit-Mails mir einfach schreibt, also die weder da sind, um Beziehung aufzubauen, noch dafür da sind, um irgendwie meine authentische Persönlichkeit auszudrücken, sondern wirklich... eine ganz klare Funktion haben.

00:49:47: und für sowas nutze ich das gern, auch wenn ich später nochmal drüber gehe, damit es nicht maschinell erstellt.

00:49:56: Sagt dir das Ding auch nur, was du längst weißt.

00:49:59: Ja, natürlich.

00:50:00: Das ist wichtig, glaube ich.

00:50:02: Dass man nicht erwartet, da irgendwelche... Nein,

00:50:04: nein, nein.

00:50:04: Und ich sage ja dann, ich gebe ja auch ein, was da drinstehen soll.

00:50:08: Es ist ja nicht so, wie, ja, denk dir was aus.

00:50:10: Ich weiß ganz genau, was ich schreiben will.

00:50:12: Nur das Ausformulieren, das kostet mich so unendlich viel Mühe und so unendlich viel Zeit.

00:50:16: Und ich bin sehr, sehr, sehr dankbar.

00:50:18: Mein Leben ist so viel besser dadurch, dass ich meine Zeit nicht mehr dafür verschwenden muss, sondern in die Sachen stecken kann, die wirklich... meinen Grips erfordern und Kreativität und so weiter.

00:50:29: Ja, was ich sehr wichtig finde, ist, dass man, wenn man über KI nachdenkt und auch über KI spricht, ich glaube, zwei Dinge unterscheiden muss.

00:50:39: Und zwar ist das einmal die allgemeine sogenannte KI, die Large Language Models, also ChatGBT per Plexity und wie sie heißen, diese Bildgeneratoren, die es da gibt und so.

00:50:49: Das ist ja alles so dieser allgemeine, allgemeine Publikumskrempel, der dann irgendwie an jeden und an jede gebracht wird, womit alle rumspielen und glauben Telefonwerfer mal intelligent geworden.

00:51:03: Und daneben hast du aber auch noch die ganzen speziellen KI's.

00:51:07: Das ist zum Beispiel das Ding, was in der Postproduktion, also hier bei mir in der Audio-Postproduktion automatisch stammeln aus den Sendungen raus.

00:51:21: So was halt.

00:51:25: Es gibt KI's, die können das, die entfernen das automatisch und die entfernen es mittlerweile automatisch auch so gut, dass man es fast eins zu eins veröffentlichen kann.

00:51:34: Es gibt ein paar Haken, man muss ein bisschen dran rumspielen, man muss ein bisschen gucken.

00:51:38: Es gibt so zum Beispiel, das Ding entfernt halt eh.

00:51:41: und es gibt Leute, die atmen zwischen ehs.

00:51:44: Und dann haben wir gesagt, dass wir einen Podcast machen.

00:51:50: Es schneidet die ehs raus und dann hast du aber hinterher ein fertiges Teil, das geht so.

00:51:54: Und dann haben wir gesagt, dass wir ein Podcast machen.

00:51:58: Oh, okay.

00:51:59: Solche

00:51:59: Sachen musst du korrigieren.

00:52:00: Aber das lässt sich relativ zügig korrigieren.

00:52:04: Früher, also bevor es diese Maschine gab, habe ich das alles händisch gemacht.

00:52:08: Ich habe händisch entstammelt.

00:52:10: Das ist unfassbar viel Arbeit.

00:52:12: Händisch entstammelt?

00:52:13: Ja, ich habe erst händisch rausgeschnitten.

00:52:16: Sendungstitel.

00:52:16: Ach so, der Sendungstitel ist asoziale Kinder.

00:52:21: Ich habe halt erst händisch rausgeschnitten.

00:52:23: Und das dauert richtig, richtig lange.

00:52:26: Und war richtig, richtig viel Arbeit.

00:52:28: Und diese spezielle KI, die das macht, die nimmt mir hinten raus sehr, sehr, sehr viel Arbeit ab.

00:52:37: Weshalb es nicht so schlimm ist, dass ich seit vielen Jahren meine Preise nicht erhöhen konnte.

00:52:45: Mein Einkommen sinkt.

00:52:47: Seit Jahren sinkt mein Einkommen.

00:52:50: Aber mein Arbeitsaufwand sinkt in gleichem Maße.

00:52:56: Das heißt am Ende habe ich, weiß ich, pro Stunde immer noch selber verdient.

00:53:01: Nur in der Summe nicht mehr.

00:53:02: Aber dafür habe ich nachmittags zwei Stunden früher frei.

00:53:05: Das ist halt, wo mir KI wirklich, wirklich helft.

00:53:08: Alles andere, was ich mit KI mache, könnte ich auch so machen, ist einfach nur ein bisschen Bequemlichkeit.

00:53:14: Aber das Ding, also würde ich noch heute noch so arbeiten, wie ich vor vier Jahren gearbeitet habe, Ich würde mich jeden Tag schwarz ärgern, dass ich meine Preise nicht erhöhen kann.

00:53:29: Ja, da wären wir auch bei den gesellschaftlichen Auswirkungen

00:53:33: von KI.

00:53:33: Fällt mir gerade ein.

00:53:34: Ich habe das neulich irgendwie so ähnlich erzählt und der oder die hat gesagt, ja ja, mittlerweile ist es halt auch so, dass du niedrigere Honorare angeboten bekommst, weil kannst ja die KI für dich arbeiten lassen.

00:53:46: Das ist was auch passiert.

00:53:47: Und das ist nur unverschämt.

00:53:48: Dafür sollte man eigentlich jemandem, der einem so was anbietet, direkt eine langen.

00:53:52: Ja, und darauf wollte ich hinaus.

00:53:53: Es gibt nämlich, also schon seit Jahrhunderten gibt es ein Phänomen, das könnte man fast unter dem Wort Automation Anxiety.

00:54:03: Das ist halt die Angst von Automatisierungsprozessen ersetzt zu werden, dass sozusagen der eigene Beruf irrelevant wird oder der Wert infrage gestellt wird von technologischer Entwicklung.

00:54:15: Und das kann man natürlich dann auch als AI Anxiety bezeichnen, dass viele Menschen Angst haben, ersetzt zu werden.

00:54:22: Und da bin ich auch direkt, ja, ich finde auch, ich bin auch direkt davon betroffen.

00:54:26: Ganz ehrlich, also ich habe ja selber am eigenen Bleibe mitbekommen, dass meine Übersetzungsstätigkeit, die ich vor fünf Jahren gemacht habe, dass die für eine Arsche ist.

00:54:37: Also das braucht kein Mensch mehr.

00:54:38: Das ist weggefallen.

00:54:40: Und wenn ich jetzt so im Online-Surfer und mir irgendwelche Ohrringe anschaue oder so, also auf, weißte, in Online-Shops und so, da merke ich.

00:54:49: Aha, das ist ja eine hübsche sympathische Frau und ich schau direkt hin.

00:54:53: Mensch, die sehen ja alle auf dieselbe Art hübsch und sympathisch aus.

00:54:56: Verdammt, das sind KI-Models.

00:54:59: Ja, also auch die Jobs von Models werden wegfallen.

00:55:03: Ja klar.

00:55:04: Das ist vollkommen, das ist indiskutabel.

00:55:05: Models ja sowieso, weil das sind ja, das sind ja Nullachtfünfzehn Figuren.

00:55:09: Die kannst du ja sofort ersetzen.

00:55:10: Da ist es ja nicht irgendwie, jetzt weiß ich nicht, es fällt mir natürlich niemand ein.

00:55:14: Da ist jetzt nicht jemand dabei, der irgendwie eine Personality ist, eine Typ, eine Fresse.

00:55:20: So was hast du ja in diesem Modelbereich, die sehen ja wirklich alle gleich aus.

00:55:24: Und dann ist es halt letztlich auch egal, ob du jetzt irgendwie eine Masse halt

00:55:27: kriegst.

00:55:27: Also die müssen gehen, ja.

00:55:29: Und dann, was ist mit den ganzen Leuten, die Kommunikationsdesign studiert haben, was ist mit Leuten, die Flyer entwerfen, Poster entwerfen, die... Früher noch, klar, also so große Unternehmen werden sich nicht lumpen lassen, die werden wahrscheinlich weiterhin solche Menschen bezahlen.

00:55:45: Aber wenn ich jetzt so als Privatmensch mit relativ viel Geld eine Geburtstagsparty ausrichten will, dann überlege ich mir zweimal, ob ich meine Geburtstagseinladungen von einem ausgebildeten Designer machen lasse oder ob ich das nicht selber eben mache.

00:56:00: Das überlegst du dir aber auch nur, ich glaube, das machst du auch nur einmal, weil mit der KI gemacht sieht es garantiert beschließender aus.

00:56:07: Ja,

00:56:09: und meine Hoffnung ist, dass es tatsächlich eine gesellschaftliche Echtung gibt.

00:56:12: Also gibt es ja tatsächlich jetzt beobachtbar.

00:56:15: Menschen, echten KI-generierten Content.

00:56:18: Also wenn du auf Instagram ein Influencer bist und du machst irgendwie sagst, so Leute, ich habe ein Buch geschrieben, hier ist das Cover, das Cover wurde mit KI erstellt, da gibt es aber ein Shitstorm.

00:56:27: Okay.

00:56:29: Aber ja.

00:56:31: Das ist halt auf Instagram, wenn irgendwelche Influencer überhaupt einen Buch geschrieben haben.

00:56:36: Aber passiert diese Verächtlichmachung von KI-Content, passiert das in der Realität auch?

00:56:42: Ich hab nicht den Eindruck, dass das auf der Straße passiert.

00:56:45: Also ich sag mal so, bei uns kommen öfters mal so... leicht naive Leute rein in den Buch laden und sagen sagen sie mal ihre Bücher ihre Kinderbücher sind die mit KI oder sind die von echten Leuten illustriert?

00:56:57: das wollen die wissen um sich zu vergewissern dass sie nicht so nicht so etwas kaufen.

00:57:02: Also

00:57:02: das ist das

00:57:03: Thema.

00:57:03: Der

00:57:03: neue Spiegel Bestseller Aufkleber wird das.

00:57:07: Ja.

00:57:08: Menschengenerierter.

00:57:09: Menschengeneriertes Buch.

00:57:12: Was du eben sagtest.

00:57:13: den einen Gedanken wollte ich noch.

00:57:17: Psychotherapie.

00:57:19: KI zur Psychotherapie benutzen.

00:57:21: Ich glaube schon, dass das funktionieren kann, aber nicht mit Chatchi Pity.

00:57:25: Auf gar keinen Fall.

00:57:26: Sondern dafür brauchst du spezialisierte LLMs, die in diesem Fachgebiet unterwegs sind,

00:57:32: die auf

00:57:33: die richtigen Fragen stellen bzw.

00:57:35: die falschen Fragen nicht stellen.

00:57:36: Weil das ist ja das Problem, was du bei den Standard-Latch-Language-Models hast.

00:57:42: Die können alles sagen.

00:57:44: Ja.

00:57:45: Und

00:57:45: alles fragen, aber das willst du vielleicht nicht, wenn es darum geht, irgendwo eine therapeutische Frühintervention oder so was zu machen.

00:57:53: Ja, ich sag mal so, die meisten Menschen, was sie wollen, ist einfach nur jemand, der ihnen zuhört.

00:57:57: Ja, die wollen einfach was loswerden.

00:57:59: Die wollen, dass irgendeine Art von Feedback kommt.

00:58:02: Die wollen ihr Problem selber lösen.

00:58:03: Und je nachdem, wie du dieses therapeutische Verstehst, ist Jetjibiti dafür mehr oder weniger geeignet.

00:58:09: Wenn es um eine Borderline-Störung geht oder um ein schweres Trauma oder um irgendwas, was klinisch irgendwie greifbar ist, dann ist das natürlich für ein Arsch.

00:58:19: Also das ist vollkommen klar.

00:58:21: Aber so niedrigschwellig ist das auf jeden Fall ein Angebot, das man nicht unterschätzen sollte.

00:58:25: Also ich glaube, hilft auch vielen Menschen tatsächlich,

00:58:29: zumindest kurzfristig,

00:58:30: bei kleineren Problemen.

00:58:32: Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass du durchaus als Psychotherapeut eine KI parallel laufen hast und sagst, okay, das ist praktisch mein Annamnese-Gespräch.

00:58:43: und

00:58:45: wenn es einfach nicht mehr reicht, also wenn da ein Mensch intervenieren muss, dann reicht die KI.

00:58:49: Dich weiter, wäre ja auch eine Möglichkeit, das so zu

00:58:52: machen.

00:58:53: Und was du sagtest, diese ganzen Berufe, also ein Freund von mir ist Partner einer großen Anwaltskanzlei, der sagt auch, also was wir mittlerweile alles an Standardtexten von der KI machen lassen und dann nur noch korrigierend drüber gehen und so.

00:59:05: Also der sagt auch, in ein paar Jahren wird für so, also diese Einstiegsdrops sagt man ja immer, die würden als erstes verschwinden.

00:59:11: Und der sagte, das ist bei ihm der Kanzlei, er geht davon aus, das sind fünf Jahren.

00:59:16: Sie ist ganz so fußvoll kaum noch geben wird, weil das alles die Maschinen machen werden.

00:59:20: Ja, das ist doch der Wahnsinn.

00:59:21: Und was passiert mit diesen Leuten?

00:59:23: Was

00:59:23: ist dann mit dir?

00:59:23: Sag ich zu Ihnen, was ist dann mit dir?

00:59:25: Der ist Partner in der Kanzlei.

00:59:27: Was ist dann mit dir?

00:59:28: Ich bin ja derjenige, der zum Klienten sagt, machen Sie sich keine Sorgen.

00:59:31: Wir regeln

00:59:33: das.

00:59:33: Ja, in Beziehungsarbeit.

00:59:35: Kundengespräche und so.

00:59:37: Ja, wie wird das alles die Arbeitswelt verändern?

00:59:39: Ich finde das total spannend.

00:59:41: Wirklich spannend, weil es wird die Arbeitswelt verändern.

00:59:43: Und zwar massiv und radikal.

00:59:46: Mark my words, wir werden noch in fünf Jahren drüber sprechen.

00:59:48: Mit

00:59:49: Sicherheit.

00:59:49: Das einzige, was mir Sorgen macht, ist mit... Wie nenne ich das denn?

01:00:00: Das ist ja noch nicht mal mehr ein Hype, sondern... Das ist ja, das wird ja auch mit brachialer Gewalt, also mit sehr, sehr viel Geld in die Gesellschaften gedrückt.

01:00:11: Du kannst dich dem nirgendwo mehr entziehen.

01:00:13: Alle finden es irgendwie, also zumindest die, die nicht mal fünf Fendi drüber nachgedacht haben, finden es total geil und total cool.

01:00:19: und die super, die Future, alles voll geil, Zukunft, ja, da, ja, da.

01:00:26: Ich werde alt und eng stürmig.

01:00:28: Das darf man dabei nie vergessen.

01:00:29: Aber ich habe nicht den Eindruck, dass ... dass den Gesellschaften gut tut.

01:00:39: Den Eindruck habe ich nicht.

01:00:41: Das ist noch ein Gefühl, dass, wie gesagt, ich bin alt und engster nicht, aber ich habe nicht das Gefühl, dass diese künstliche Intelligenz, die keine Intelligenz ist, man muss das immer wieder sagen, finde ich, dass diese sogenannten künstliche Intelligenz, ich glaube nicht, dass die unsere Gesellschaften zum Positiven verändern wird.

01:01:01: So langfristig, mittelfristig bestimmt, weil, so mag ich an mir.

01:01:05: Ich muss mir keine Sorgen darüber machen, dass das irgendwie... Früher habe ich gedacht, oh Gott, kann ich dem Auftraggeber schreiben, das ist jetzt vielleicht nach fünf Jahren okay wäre, mal zehn Prozent mehr zu verlangen oder sowas.

01:01:15: Ich weiß ja nicht.

01:01:17: Diese Gedanken mache ich mir nicht mehr.

01:01:18: Das ist natürlich positiv, weil ich bin besser gelaunt, ich bin freundlicher zu anderen Leuten.

01:01:23: Aber das hat was Totalitäres, diese KI-Modelle, die wir mal sehen.

01:01:30: Absolut.

01:01:31: Danke, dass du dieses Wort sagst.

01:01:33: Das kann nicht gut sein.

01:01:35: Totalitarismus ist nie gut.

01:01:38: Auch der Kapitalismus ist totalitär und das ist auch nicht gut.

01:01:41: Wir haben nur nichts Besseres.

01:01:44: Ja.

01:01:44: Und wir haben aber was Besseres als Large Language Models.

01:01:48: Nämlich menschliche Interaktion.

01:01:51: Ja, genau.

01:01:52: Und die

01:01:52: haben wir verlernt über die letzten, ich sag mal über die, über das neoliberale Zeitalter.

01:01:58: Das ist ja auch, ne?

01:01:59: Neoliberalismus, das... Das ist diese politökonomische Theorie des Neoliberalismus.

01:02:05: Das ist ja letztendlich eine Vereinzelungstheorie.

01:02:09: Im Neoliberalismus vereinzelt das Individuum und ist auf sich selbst zurückgeworfen.

01:02:16: Überleg mal, wir haben tatsächlich ernsthaft mal eine Bundesregierung gehabt, die den Begriff Ich AG für prekäre Selbstständige angeführt hat.

01:02:26: Ich finde, das sagt schon alles.

01:02:27: Und diese Vereinzelung, diese Vereinzelung, die wir alle mitmachen, letztendlich in unserer politischen oder wirtschaftlich politischen Ordnung.

01:02:36: Large Language-Models, die dir vorgaukeln, sie würden verstehen, was du sagst und was du willst und so.

01:02:42: Die befördern das nur noch.

01:02:44: Also aus ChatGPT kommt bestimmt keine Community.

01:02:51: Ja, das... Die kommt

01:02:52: gegen ChatGPT.

01:02:54: könnte eine Community entstehen, aber aus diesen Sachen entsteht garantiert keine.

01:02:58: Ja, und das finde ich auch das Traurige.

01:03:00: Denn was bringt es, wenn alle das Gefühl haben, dass sie gesehen werden?

01:03:04: Nichts.

01:03:05: Aber dieses Ding keine Augen hat.

01:03:07: Nee,

01:03:07: sie erwarten es vor allen Dingen.

01:03:09: Sie erwarten, irgendwann werden Menschen von anderen Menschen erwarten, sie zu behandeln, wie Chatchi Pity sie behandelt

01:03:16: hat.

01:03:16: Wow, das ist ein geiler Gedanke.

01:03:18: Das wird passieren.

01:03:19: Sehr interessant.

01:03:19: Ja.

01:03:19: Und

01:03:19: dann werden alle noch schlechter gelaunt und fühlen

01:03:22: sich

01:03:22: noch mehr zu kurz gekommen.

01:03:24: Und wieso kann der nicht mit mir reden?

01:03:27: Ich bin der Wichtige.

01:03:29: Das ist Walter, der alte Text von David Foster Wallace.

01:03:33: Er sagte, du kannst gar nicht anders als der Hauptdarsteller in deinem Film zu sein.

01:03:38: Darum beziehst du alles, was passiert, immer nur auf dich.

01:03:41: Der Typ, der vor dir im Auto komisch fährt, der macht das, um dich zu stressen.

01:03:47: Da gehört eine große, kognitive Anstrengung dazu, von dieser Ich-Bezogenheit zu abstrahieren.

01:03:53: Nein, da vorne ist ein anderes Individuum.

01:03:56: Theory of Mind.

01:03:58: Da ist jemand, der hat auch eine Seele.

01:04:01: Und dessen Seele ist anders als meine Seele.

01:04:04: Ja, super.

01:04:06: Solche

01:04:06: Sachen musst du erkennen.

01:04:08: Das macht dich zum Menschen.

01:04:09: Und large Language Models lassen dich das komplett übersehen.

01:04:13: Nee, ja klar.

01:04:14: Ich meine, das ist ja das Geile, das ist, was so viele Leute als entlastend empfinden, dass da endlich jemand in Anführungsstrichen ist, auf den du keine Rücksicht nehmen musst.

01:04:23: Du kannst alles fragen.

01:04:25: Du musst dich nicht fragen, ob die eine Frage zu viel gestellt wurde, ob derjenige noch Zeit hat, ob das jetzt frech war.

01:04:32: Also nichts dergleichen.

01:04:33: Das ist eine absolute Ego-Funktion.

01:04:37: Und das, ja, nothing good will come from large language models.

01:04:42: Und dann dieses Gesäher.

01:04:44: Oh, und dann werden wir irgendwann, wie heißt das Ding, wenn das so intelligent ist, dass es sich selbst reproduzieren kann.

01:04:51: Ich sitze immer und denke mir, ihr habt sie doch nicht mal auf

01:04:54: der Kappe.

01:04:55: Und

01:04:56: als Nächstes fliegen wir zum Mars und bauen der Kolonie.

01:04:59: Geht doch mal Kacken alle mit eurem Kram.

01:05:03: Nee, das geht gar nicht.

01:05:04: Das ist auch Quatsch, das ist auch technisch gesehen Quatsch.

01:05:06: Hab ich eigentlich schon mal das Buch empfohlen von dem Rainer Mühlhoff?

01:05:10: Nee.

01:05:11: KI und der neue Faschismus.

01:05:14: Sehr empfehlenswert, weil der Typ ist nämlich Mathematiker und Programmierer und Moralphilosoph.

01:05:21: Und der drüsselt das alles ganz schön auf.

01:05:24: Und ich empfehle das Buch, weil es unter anderem, also es ist ein kleines Reklam-Heft für sechs Euro oder so, acht Euro maximal.

01:05:31: Kann man sich wirklich schnell mal klicken.

01:05:33: Und der erklärt auch, warum das aus technischer Perspektive ein absoluter Schwachfug ist.

01:05:38: Also diese Überintelligenz, die sich da angeblich selbstständig machen

01:05:43: wird.

01:05:43: Das muss ich mir kaufen, weil ich kann überhaupt nicht begründen, warum ich das für Unsinn halte, was die da erzählen.

01:05:49: Das ist einfach nur auch wieder ein Gefühl, was vielleicht auch meiner Engstimmigkeit, meiner Zunehmung geschuldet

01:05:54: ist.

01:05:54: Wißt das Buch, dann wirst du das begründen können.

01:05:56: Ich

01:05:57: begründe es halt damit, dass solche Friegs wie Elon Musk und wie die Allerheißen das... die da total drauf abgehen.

01:06:06: Das ist der beste Hinweis darauf, dass es Schwachsinn ist, weil das sind keine nicht geistesgestörten Leute, mit denen wir da zu tun haben.

01:06:13: Nur weil die stinkreich sind und ein paar gute Ideen hatten und jetzt überall Elektro ist und so was.

01:06:19: Das macht Elon Musk nicht zum Genius.

01:06:23: Der Typ ist nicht normal.

01:06:26: Nee, und er war auch nie ein Genius.

01:06:28: Das ist ja eine reine Zuschreibung.

01:06:29: Ja,

01:06:29: aber das kann ich verstehen, weil du hast natürlich diese Zuschreibung.

01:06:34: Da müsste man jetzt so ein Soziotop sich angucken.

01:06:37: Wo kommt der her?

01:06:38: Wo hat der existiert?

01:06:39: Welche Leute nehmen ihn vor allen Dingen wahr?

01:06:43: Und dann bist du ganz schnell in, ich sag mal, unzulässig grob zugespitzt.

01:06:49: Bist du sehr schnell in der Welt der Nerds?

01:06:53: Und dann kommt ein Typ, macht irgendeine Technologie, die ganz cool ist, aus welchen Gründen auch immer, macht eine Technologie, die ganz cool ist, verdient damit ein Haufen Geld, macht noch eine Technologie, die ganz cool ist, verdient damit auch ein Haufen Geld.

01:07:04: Und in der, liebe Nerds, bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe euch.

01:07:10: Aber Nerds neigen dazu, ein sehr mechanistisches Weltbild zu haben.

01:07:20: Darum gehen die ja auch so schnell auf Verschwörungstheorien ab.

01:07:23: Weil sieht plausibel aus, dann scheint es auch, dann muss es auch plausibel sein.

01:07:27: Wenn ich den Knopf drücke, kommt hinten das raus.

01:07:29: Daraus folgt, wenn hinten das rauskommt, muss jemand den Knopf gedrückt haben.

01:07:33: Und das, wenn du das ... Ich sag mal, psychologisch überträgst auf das Bild, das du von Elon Musk bekommst.

01:07:41: Ja, dann muss der ja genial sein, sonst wäre der ja nicht der reichste Mann der Welt.

01:07:45: Ja, klar.

01:07:47: Nee, der ist einfach nur der psychopathischste aller Psychopathen.

01:07:53: Ja.

01:07:53: Und darum hat er es perfekt geschafft, ein System in den Psychopathen bevorzugt vorankommen.

01:08:01: noch besser für sich zu spielen, noch besser für sich auszunutzen.

01:08:04: Ich glaube, dass wir in einem politikonomischen System leben, das den Psychopathen prinzipiell bevorzugt.

01:08:10: Ja.

01:08:11: Und

01:08:13: je krasser du drauf bist, je klopper du bist, sozusagen, desto besser geht es dir in diesem System.

01:08:19: Und das fängt schon da an, wo Menschen Selbstausbeutung als Wert betrachten.

01:08:25: Ich schlafe jede Nacht nur vier Stunden und arbeite jede Woche, achtzig Stunden.

01:08:30: Das ist krank.

01:08:32: Leute, das ist krank, das ist nicht normal.

01:08:36: Und ob du jetzt gegen dich selbst handelst als Psychopath oder ob du nach außen gegen jemand anderen handelst, das ist letztlich auch egal.

01:08:42: Die Frage ist nur, welche psychische Störung ist dominant bei dir?

01:08:47: Bist du wirklich ein Psychopath, der seine Empathie benutzt, um andere zu kontrollieren und zu steuern?

01:08:52: Bist du ein Narziss, der immer nur gesagt kriegen muss, wie doll er ist und sofort ausrastet?

01:08:57: wenn ihm jemand sagt, ne so toll bist du gar nicht.

01:09:00: Ich glaube, da sind da nur noch graduelle Unterschiede, aber das ist unser System.

01:09:04: Also ich habe immer das Gefühl, alle Leute, die irgendwie oben sind in diesem System, die haben einen an der Waffe.

01:09:12: Die sind nicht normal.

01:09:14: Ja, das ist aber so ein Paradigmal der jetzt Zeit.

01:09:17: Also du musst ein Freak sein, um überhaupt in Erscheinung zu tun.

01:09:21: Du musst eine bestimmte Art von Freak sein.

01:09:24: Du musst in diesem System.

01:09:26: Eine bestimmte Art von Freak sein.

01:09:27: Das ist diese Idee Leistungsgesellschaft.

01:09:30: Das gehört da auch hin.

01:09:33: Irgendwann ist auch mal Schluss mit Leistungsgesellschaft.

01:09:35: Red doch mal.

01:09:37: Red doch einfach mit dem Typen, der die Pakete bringt über die Leistungsgesellschaft.

01:09:40: Ja.

01:09:40: Was soll denn das?

01:09:44: Das ist ein krankes System.

01:09:45: Aber sag ich immer dazu.

01:09:46: Ich weiß kein Besseres.

01:09:48: Ich weiß wirklich kein Besseres.

01:09:49: Denn immerhin ist dieses kranke System in der Lage ... oder versetzt dieses kranke System mich in der Lage, es krank zu nennen, ohne dass ich davon Nachteile habe.

01:10:00: Und das ist schon mal eine ziemlich geile Sache.

01:10:03: Wenn ich irgendwo in Russland sagen würde, dieses System ist krank, würde ich wahrscheinlich aus dem Fenster fallen.

01:10:10: Der Gedanke ist in meinem Kopf auch, der ist frisch in diesem Jahr, das mit dem politökonomischen System, das Psychopathen bevorzugt.

01:10:17: Aber ich habe bisher höchstens Einzelfälle gesehen, Wo ich nicht der Meinung bin, dass da jemand vielleicht mal eine Psychotherapie braucht, der zufälligerweise auch sehr viel Geld und oder sehr viel Macht hat.

01:10:33: So, kommen wir zu den wesentlichen Dingen im Leben.

01:10:36: Joachim wüsste gerne Bier oder Wein.

01:10:39: Bäh, keins von beiden.

01:10:41: Ach!

01:10:42: Ich hasse Bier und ich hasse ganz besonders Wein.

01:10:45: Boah, alles an Wein.

01:10:46: Geruch ist so eklig, überhaupt.

01:10:48: Scheldenkupa, da ist er wieder.

01:10:50: Scheldenkupa

01:10:51: hat mal gesagt.

01:10:53: Das Wein ist Grapejuice that hurts.

01:10:59: Und so sehe ich das auch.

01:11:00: Ja, aber nur beim ersten Schluck.

01:11:01: Traumsaft, der im Mund halt wehtut.

01:11:04: Aber nur beim ersten Schluck.

01:11:05: danach ist meistens lecker genug, dass es noch ein... Ich

01:11:09: krieg da immer Zahnschmerzen von.

01:11:10: Das

01:11:11: ist eure.

01:11:12: Ja, also das ist gar nicht gut für mich.

01:11:15: Bier oder Wein, beides je nach Anlass und Verfügbarkeit.

01:11:20: Also in einfachen Restaurants z.B.

01:11:22: würde ich niemals Wein trinken.

01:11:25: Ja, wo?

01:11:25: so auf der Karte dann so Pino Grigio, also so zwei weiße, zwei rote und wenn du Glück hast, noch ein Rosé, da bestelle ich mir immer ein Bier.

01:11:34: Aber also beides, tatsächlich.

01:11:36: Ja, Bier mag ich nur als Radler.

01:11:39: Das mag ich sehr gern, weil das ist halt Limo, das mögen Kinder, deswegen mag auch ich es.

01:11:44: Und so dieses Bier macht es halt so ein bisschen Herb, mag ich auch.

01:11:50: Ja, aber anders gibt's bei mir Bier nicht.

01:11:53: Joachim hat direkt noch eine zweite Frage hinterhergeschickt und die geht so.

01:12:04: Wow, krasser Unterschied zwischen den beiden Fragen.

01:12:07: Ja.

01:12:10: Welchen Einfluss hat unsere Einstellung zum

01:12:12: Tod?

01:12:13: Tod.

01:12:13: Tod auf unser Leben und unsere Entscheidungen.

01:12:17: Ja, einen supergroßen, aber wir müssen erst mal überlegen, welche Einstellung zum Todes überhaupt geben kann.

01:12:23: Also was sind so üblich?

01:12:24: Wir können resignativ sein und sagen, wir müssen eher alle sterben, das ist alles egal.

01:12:28: Das führt dann zu so einer Gleichgültigkeit, einem unbewussten Leben.

01:12:32: Oder es ist halt so bejahnt, dass man sagt, ach, ist ja eigentlich toll, dass alles so ein Kreislauf von werden und vergehen ist.

01:12:41: Oder man ist in denial und sagt, ich bin unsterblich.

01:12:45: Das haben ja, glaube ich, alle bis zum vierzigsten Lebensjahr, dass sie das von sich glauben, alle anderen sterben, aber ich nicht.

01:12:50: Das geht auch, das ist auch mit sechs und fünfzig noch so.

01:12:52: Solange du lebst, sind immer nur die anderen tot.

01:12:55: Also ich bin eigentlich so eine Liebhaberin von Karl Jaspers und Heidegger.

01:13:03: die mit der Grenzsituation von der Grenzsituation gesprochen haben.

01:13:06: Also Heidegger begreift unser Sein als ein Sein zum Tode.

01:13:09: Das heißt, wir können uns nur entwerfen in Bezug auf unsere Vergänglichkeit, auf unsere Endlichkeit.

01:13:17: Und der Tod, also die Tatsache des Todes, macht uns bewusst, zwingt uns und selbst zu entwerfen in einer authentischen Art und Weise.

01:13:28: Und das ist... halt existenzialistisch absolut.

01:13:36: Und ich gehe absolut mit ihm mit.

01:13:39: Also ich glaube tatsächlich auch, dass die... Bewusstsein des Todes, sofern es sich nicht lebt, weil solche Leute gibt es auch, die wirklich manchmal nachts wach liegen und den Gedanken der Endlichkeit nicht ertragen und furchtbar in Stress geraten, wenn sie sich vorstellen, dass sie irgendwann nicht existieren.

01:13:55: Also ich glaube, wenn man nicht zu denen gehört, sondern zu denen, die eher so dem Dunklen ins Auge sehen und ein bewusstes Leben anstreben, dass da das Bewusstsein der Endlichkeit wirklich helfen kann, so in die Authentizität zu finden.

01:14:10: Zumindest bei mir ist das.

01:14:11: Kannst du das

01:14:12: mal ein bisschen konkretisieren?

01:14:13: Ich komme nicht ganz mit.

01:14:17: Ja.

01:14:17: Also, weil das Bewusstsein meiner eigenen Endlichkeit... Also, nee, anders.

01:14:26: Mit zwanzig bist du unsterblich.

01:14:27: Da denkst du nicht über deinen Tod nach.

01:14:29: Außer vielleicht mal Freunde sind gestorben oder sowas.

01:14:31: Das passiert klar.

01:14:32: Aber prinzipiell bist du mit zwanzig unsterblich.

01:14:34: Das heißt, du bist dir deine Endlichkeit nicht bewusst.

01:14:37: Wie willst du dich denn dann zu deinem authentischen Selbst entwickeln?

01:14:41: Also das kannst du dann ja eigentlich erst ab dem Moment, wo du dir dieser Sterblichkeit oder der Endlichkeit

01:14:45: bewusst wirst.

01:14:46: Richtig.

01:14:46: Das aber genau, das ist die These.

01:14:48: Genau das ist es, was diese Philosophen behaupten.

01:14:50: Das

01:14:51: wäre dann, wäre das der Moment, ab dem ich erwachsen bin?

01:14:55: Ja, könnte man auf jeden Fall so, so interpretieren.

01:14:58: Das ist auf jeden Fall ein, ähm, der Moment, in dem du befähigt wirst ein authentisches Leben zu.

01:15:06: Und authentisch ist hier gemeint als, dass du dich nicht mehr in das Mann flüchtest.

01:15:12: Das muss ich mal kurz erklären.

01:15:14: Man müsste

01:15:14: mal, man sollte mal.

01:15:15: Man sollte, man müsste, man macht dies so und nicht anders.

01:15:21: Ich hab

01:15:21: wahrscheinlich Monate meines Lebens in Konferenzen verbracht.

01:15:25: Ja, so was.

01:15:26: Man macht das halt so.

01:15:29: Da müsste man auch mal gegensteuern.

01:15:31: Ja, wer steuert wir gegen?

01:15:34: Ich heirate, ich bekomme Kinder, ich mache die Ausbildung, die meine Eltern sich für mich gewünscht haben, weil Mann das so von mir erwartet.

01:15:42: Ach, dieses Mann, meinst du?

01:15:43: Achso, den praktisch einen gesellschaftlichen Druck.

01:15:45: Ich dachte, du meintest jetzt das Verantwortungsdiffusiv?

01:15:50: Das Mann, das Verantwortung diffundiert.

01:15:52: Ja, das ja auch.

01:15:53: Die Authentizität, die eigene und in dieses eigene Leben finden, das hat ja natürlich auch sehr viel mit Verantwortung zu tun.

01:15:59: Das ist ja auch das Schwierige.

01:16:00: Warum das so schwierig ist?

01:16:01: Das ist Verantwortung, das tut weh.

01:16:04: Und wenn du dir deiner Sterblichkeit bewusst bist, also mit anderen Worten, wenn du dir bewusst bist, dass die Zeit auf dieser Erde begrenzt ist.

01:16:17: Dann sind die Dinge vielleicht nicht mehr so egal.

01:16:20: Dann nimmst du es nicht einfach so hin, dass du gerade etwas machst, weil man es so macht.

01:16:26: Sondern dann willst du diese kurze Zeit füllen mit dem, was für dich tatsächlich wichtig ist, was für dich von der Relevanz ist.

01:16:33: Nicht für deine Mutter, nicht für die Gesellschaft, sondern für dich.

01:16:37: Dann bist du viel mehr in der Lage zu sagen, hier, ich bin einer der... Keine Ahnung, der anderen Menschen helfen möchte.

01:16:45: und ich gehe jetzt raus aus diesem Job in der Versicherungsfirma, wo ich nur Telefonate führe oder so Beratungsgespräche.

01:16:54: und ich mache jetzt, ich gehe das Risiko ein, ich schaue in den Abgrund, ich springe hinein, ich gehe das Risiko ein und ich setze das jetzt auf Spiel.

01:17:07: für mein Seelenheil, für meine Authentizität.

01:17:10: Und das ist es, was dieser Gedanke der Endlichkeit in dir verursachen soll.

01:17:16: Optimalerweise, dass du dir der Begrenztheit, deiner eigenen Begrenztheit, klar wirst, dieser Grenzsituation und dir sagst, angesichts dieser Begrenztheit mache ich das, was tatsächlich zählt.

01:17:28: Und

01:17:29: klar,

01:17:30: das bedeutet, dass du dich beschäftigen musst mit den existenziellen Fragen des Lebens.

01:17:35: Wenn ich Annehme das überhaupt die Erkenntnis darüber erstmal.

01:17:42: Der Punkt ist, ab dem ich tatsächlich erwachsen werde.

01:17:47: Und mir dann die Gesellschaften, nicht nur unsere, alle, angucken oder die meisten, mir die Gesellschaft angucke, dann würde ich aber sagen, dass mindestens neunzig Prozent aller Menschen nicht erwachsen sind.

01:18:00: Ich stimme leider vollkommen mit dir überein.

01:18:03: Das ist so.

01:18:04: Und ich krieg manchmal, weiß manchmal, da treffe ich Leute, die sind dreißig.

01:18:08: Ja.

01:18:09: Und die sind so erwachsen, weil sie dem Tod ins Gesicht blicken, weil sie sich mit existenziellen Themen beschäftigen.

01:18:17: Und dem gegenüber kenne ich Leute, die sind siebzig, die sind fünfundsebzig.

01:18:21: Und die sind immer noch gefangen in ihren komischen, naiven Weltvorstellungen.

01:18:25: Die halten sich immer noch für unsterblich, die sind unglaublich eitel.

01:18:29: Und da weiß ich ganz genau, die haben sich mit diesen Fragen nie beschäftigt.

01:18:33: Die sind diesen Fragen immer ausgewichen.

01:18:35: Und obwohl sie schon siebzig sind, leben sie in der Un... Die Uneigendlichkeit ist das Pondant zum Mann.

01:18:46: Und eigentlich wird der Mensch, wenn er dieses Mann verlässt und das tut, was er selber als richtig erkannt hat und wichtig.

01:18:59: Was ist dein Problem?

01:19:01: Ich frage mich, also kann der Mensch das überhaupt oder können das sowieso nur wenige Menschen?

01:19:08: Weil das wäre ja auch noch, also ich gucke in die Welt und ich sehe, jede Menge mehr.

01:19:13: Ich muss nur in meine Nachbarschaft gucken.

01:19:14: Ich wohne hier seit fünfzehn Jahren.

01:19:16: Ich weiß ja, wer wohnt, was für ein Auto und wie und was.

01:19:19: Ich gucke in die Welt und ich sehe, dass fast alle Menschen mit dem Wecker aufstehen, um frühmorgens mit dem Auto zu einer Arbeit zu fahren, die sie eigentlich nicht gerne machen, die aber vielleicht ganz gut bezahlt ist.

01:19:38: danach mit dem Auto nach Hause fahren, dann ist es meistens schon achtzehn Uhr oder sonst wie, im Moment ist es dunkel, wenn sie aus dem Haus gehen, es ist dunkel, wenn sie wiederkommen.

01:19:52: Das macht ja keinen Spaß.

01:19:54: Mir soll keiner erzählen, also diese ganze, es gibt ja so viele, ja nein, ich arbeite gerne, das glaube ich dir nicht.

01:20:01: Ich glaube dir erst mal nicht, dass du gerne arbeitest, ich glaube eher, dass du nichts anderes kennst.

01:20:07: Und darum denkst, das wäre so normal, das ist dir irgendwie und dann hast du dich damit arrangiert und jetzt macht's halt Spaß.

01:20:13: Und dann hast du natürlich auch noch, da bin ich wieder bei Foster Wallis, du hast natürlich in diesem Alltagstrott gibt's ja auch immer wieder Momente der Schönheit.

01:20:21: Und wenn du in der Lage bist, diese Momente der Schönheit zu sehen, dann ist der Alltagstrott nicht mehr so schlimm.

01:20:27: Ja, richtig.

01:20:29: Jetzt, ich weiß es nicht, also ich denk das gerade zum ersten Mal, darum stammel ich so rum auch.

01:20:37: Kann der Mensch das vielleicht nicht?

01:20:39: Ist der Mensch vielleicht gar nicht derart erkenntnisfähig, sondern das gelingt nur eine Handvoll von uns?

01:20:45: Ja, diese Erkenntnis

01:20:46: ist sehr voraussetzungreich.

01:20:48: Genau, und diese Handvoll von uns, da gibt es dann die einen, das sind dann halt die, die machen so ihr Ding.

01:20:53: Die Podcaster, die machen so ihr Ding, was wir auch nicht machen im Übrigen.

01:20:56: Ich habe auch eine Schere im Kopf.

01:20:58: Ich sage auch nicht alles, was ich sagen könnte.

01:21:01: Was vielleicht auch ganz gut ist, weil das meiste, was man sagen könnte, sollte man auch gar nicht sagen möchten.

01:21:07: Ja, also ich verhalte mich auch nicht komplett so, wie ich mich eigentlich verhalten wollen würde, weil ich mir meine Endlichkeit bewusst bin und so weiter.

01:21:16: Aber es gibt so zwei Kategorien von Menschen, die ich da so identifizieren würde jetzt spontan.

01:21:21: Das sind einmal die, die tatsächlich ihr Ding machen und damit auch so erfolgreich sind, dass es sich auch morgen wieder lohnt, auf welche Weise auch immer, ob es Geld ist, ob es Anerkennung ist, ob es, was weiß ich, was ist, dass es sich halt stets lohnt.

01:21:35: Sein Ding weiter zu machen.

01:21:36: und es gibt natürlich dann auch noch die die ganzen soziale arbeiter Menschen die soziale Arbeit leisten Scheinen und ich weiß noch nicht was es ist.

01:21:48: ich versuche immer noch das raus wenn Menschen die soziale Arbeit leisten scheinen Irgendetwas begriffen zu haben Was wir alle anderen nicht begriffen haben.

01:22:00: und ich könnte mir vorstellen dass so wie du wie du die Kraft der Endlichkeit sozusagen beschrieben hast dass die vielleicht einen noch weiteren Begriff davon haben, dass sie praktisch die Verantwortung für ein gelingendes Leben sogar noch externalisieren.

01:22:21: Weil eigentlich hat man ja genug damit zu tun, es für sie selbst zu sorgen.

01:22:25: Jetzt müsste man mal gucken, inwiefern die ganzen Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen auch für sich selbst gut sorgen.

01:22:32: Oder ob sie da vielleicht auch wieder irgendeinen Mann ... Erfüllen das.

01:22:37: Ja, also die Sozialarbeiter, die sehen sich ja selber so, wenn du mal fragst, die allermeisten sagen, ja, ich habe eigentlich ein Helfer-Syndrom.

01:22:45: Also die sehen das auch schon als problematisch, dass sie sich für diesen Beruf entschieden haben.

01:22:49: Sie sagen...

01:22:49: Aber vielleicht ist das gar nicht...

01:22:51: Und sie beschreiben die Arbeit als sehr anstrengend.

01:22:54: Ja.

01:22:55: Aber... auch sehr erfüllend.

01:22:57: Also es gibt wohl keinen anderen Berufsstand, der seine Arbeit als so erfüllend und so sinnhaft beschreibt wie die Sozialarbeiter.

01:23:04: Eißverkäufer

01:23:05: würde ich jetzt noch mal ins Reden schicken.

01:23:08: Wie Eißverkäufer?

01:23:09: Eißverkäufer.

01:23:10: Eißverkäufer.

01:23:11: Ja, wenn du Eißverkäuferin wärst, also das wäre doch auch, alle lieben dich.

01:23:14: Alle lieben dich.

01:23:16: Genau, aber

01:23:17: ich get your point natürlich, ja.

01:23:18: Ja, aber was ich noch sagen wollte, es gibt natürlich auch eine Kritik am Existenzialismus, dass er das nämlich so diese dass er das so ein bisschen diesen Individualismus romantisiert und dass das, das geht ja, das ist alles so furchtbar subjektiv.

01:23:33: Im Existenzialismus geht es nie um dieses Miteinander, sondern immer nur um das Individuum, das in die Welt geworfen ist.

01:23:41: Und in Wirklichkeit sind wir doch alle miteinander irgendwie verbunden.

01:23:45: und auch jemand, der jetzt sein ganzes Leben lang geschuftet hat als Vorstand von einer großen Firma und so, der hat mit diesem Geld seiner Familie ein gutes Leben ermöglicht.

01:23:55: Und wenn er dann auf dem Tortenbett liegt, dann wird er sich vielleicht nicht fragen, oh mein Gott, hätte ich jetzt nicht viel mehr, weiß ich nicht, im Garten liegen sollen oder so.

01:24:05: Der wird sich denken, gut, ich habe vielleicht Tag und Nacht gearbeitet, aber ich habe meiner Familie vielleicht ein gutes Leben ermöglicht.

01:24:11: Und das ist dann sinnhaft für mich.

01:24:13: Weißt du, wie ich das meine?

01:24:14: Ja,

01:24:14: wobei es ja, es gibt ja gelegentlich, gibt es ja dann so Interviews mit Menschen auf dem Sterbebett.

01:24:20: Und was die ja Uni Sono sagen, es hätte weniger arbeiten sollen.

01:24:24: Genau, das sagen alle.

01:24:25: Und das verkennt eben, dass Menschen, die viel arbeiten, Damit ja auch einen Wert schaffen für andere.

01:24:33: Ja, aber für so wenig andere, das ist eigentlich, also wenn ich eine Million verdiene und meine Familie geht es super, wäre es meiner Familie wahrscheinlich auch noch super gegangen, wenn ich nur zweihundertfünfzigtausend verdient hätte.

01:24:44: Ja, mit Sicherheit.

01:24:45: Aber das ist doch interessant.

01:24:46: Das ist aber auch wieder, aber das ist doch auch wieder, wie hast du es genannt, also dieses Mann.

01:24:51: Die Uneigentlichkeit.

01:24:53: Die Uneigentlichkeit, dass ich eine Million verdienen muss, ist ja eigentlich auch Ergebnis der Unein.

01:24:59: Was?

01:24:59: Uneinheit?

01:25:00: Die Uneigendlichkeit.

01:25:01: Verdammt,

01:25:02: Uneigendlichkeit.

01:25:03: Genau, Uneigendlichkeit.

01:25:04: Das heißt ja auch diese... Man

01:25:05: freut irgendeinem komischen Ideal, Leistungsideal.

01:25:09: Und ist auch noch psychopat genug, in diesem politökonomischen System erfolgreich sein zu können.

01:25:14: Ja.

01:25:14: Weil es gibt ja genug Leute mit super Ideen, die wird nie wieder draus.

01:25:18: Die Frage ist, gibt es da nicht auch Leute, für die das das eigentliche ist, die sagen, boah, das ist geil und das ist exakt im Einklang mit meiner Art und wie ich so bin und was mir so wichtig ist?

01:25:28: Die siehst du ja immer wieder, also die hast du ja in den Zeitungsinterviews andauernd.

01:25:32: und insbesondere junge Männer.

01:25:36: Das ist eigentlich die Antwort.

01:25:38: Es sind überwiegend junge Männer, die sowas sagen.

01:25:41: Ja.

01:25:42: Punkt.

01:25:43: Ja.

01:25:45: Mir ist einfach nur wichtig, nicht die Art der Arbeit abzuwerten und zu sagen, ja, diese Arbeit steht für uneigentlichkeit und diese Arbeit steht für authentisches Leben, sondern dass man sagt, es kommt eigentlich darauf an, wie das Individuum zu dieser Sache steht.

01:25:59: Also mache ich etwas, weil ich überzeugt davon bin oder nehme ich es hin, dass ich eigentlich total scheiße finde und ignoriere einfach meine wahren Bedürfnisse.

01:26:07: Und jetzt hast du ja noch ein Problem.

01:26:09: Vermutlich sind ... sehr, sehr viele Menschen intellektuell gar nicht in der Lage, so zu denken.

01:26:15: Ja, richtig.

01:26:16: Klar.

01:26:18: Das ist ja, das tut ja weh, dass ich sage es immer wieder, das erfordert Mut und so eine bestimmte Schmerztoleranz über solche Themen überhaupt nachzudenken.

01:26:26: Und ich würde mal sagen, die allermeisten Leute wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden.

01:26:30: Und das rechnet sowas.

01:26:31: Vor allen

01:26:31: Dingen willst du in Ruhe gelassen werden, wenn du jeden Tag zehn Stunden, also im Grunde die Hälfte deines Lebens damit verbringst, einen Job zu machen.

01:26:38: Den du vor allen Dingen deswegen machst, weil du Geld brauchst, um dir das Auto zu bezahlen, mit dem du zu dem Job fährst, den du machst.

01:26:44: Ja.

01:26:45: Das, ja.

01:26:47: Ja.

01:26:49: Boah, sind wir heute deep, ist ja unglaublich.

01:26:51: Sind

01:26:51: wir heute deep und sind wir jetzt auch am Ende mit.

01:26:54: Da kommt dann immer die obligatorische Höflichkeitsfrage von Ezur El.

01:27:00: Wie geht's uns denn heute?

01:27:02: Ja, wie ich schon sagte, ich bin erkältet.

01:27:05: Aber ich werde gleich trotzdem zur Arbeit gehen, das Weihnachtsgeschäft feiern.

01:27:09: Und mir geht es gut.

01:27:11: Also psychisch emotional geht es mir richtig, richtig gut.

01:27:15: Wie eigentlich noch nie in meinem Leben wahrscheinlich.

01:27:18: Also mal gucken, wie lange es hält.

01:27:21: Aber es hält schon seit ein paar Monaten.

01:27:23: Also

01:27:23: cool.

01:27:24: Mir geht es wie immer im Winter schlecht.

01:27:27: Also meine saisonale, affektive Störung.

01:27:32: Winterdepression ist da wie immer.

01:27:35: Also ist jetzt auch nicht schlimmer, aber es ist halt alles scheiß und es ist auch noch die Heizung ausgefallen.

01:27:43: Nee, mir geht es so schlecht wie immer.

01:27:45: Das heißt, mir geht es gleichzeitig auch so gut wie immer, weil es geht mir ja nicht schlecht.

01:27:49: Muss man ja auch immer dazusagen.

01:27:52: Ja, und mal gucken.

01:27:53: Nächstes Jahr ziehe ich um.

01:27:55: War es?

01:27:56: Echt?

01:27:58: Wohin?

01:27:58: Nach Berlin.

01:27:59: Und ich ziehe innerhalb Berlins um.

01:28:01: Und mal gucken, wie es mir danach geht.

01:28:03: Wow, ist ja krass.

01:28:05: Ja cool, ja aufregend.

01:28:07: Ja, ich habe ein bisschen Schiss.

01:28:09: Ich habe tatsächlich ein bisschen Schiss, weil ich ziehe halt von Tempelhof, wo ich jetzt wohne, nach Mitte, also in den Norden von Berlin Mitte.

01:28:18: Ich glaube, früher hieß es mal Wedding oder Gesundbrunnen oder irgendwie sowas.

01:28:21: Das ist so eine Ecke.

01:28:23: Kann auch noch Mitte sein.

01:28:23: Ich weiß nicht, es heißt heutzutage, heißt es Mitte.

01:28:25: Das klingt sehr gut.

01:28:27: Und das ist... Strukturell ist es, wie in der andere Stadt umzuziehen.

01:28:34: Ich kenne das da, ich kenne die Straßen da, ich war da schon in Restaurants und so.

01:28:38: Es ist alles nicht unbekannt, aber am Ende dann doch, weil es ist halt ein ganz anderer Bezirk.

01:28:43: Es ist ein anderer Bezirk, es ist ein anderer Kiez.

01:28:45: Also da sieht es anders aus, da wohnen andere Leute, da sind andere Leute tagsüber auf der Straße unterwegs.

01:28:50: Ich werde regelmäßig mit Touristen konfrontiert sein.

01:28:54: weil ich in der Nähe der Gedenkstätte Berliner Mauer wohne.

01:28:59: Also ich bin einerseits sehr gespannt, andererseits habe ich echt ein bisschen Schiss, weil ich halt auch seit fünfzehn Jahren, hörst du das Gehäuse im Hintergrund?

01:29:08: Die ganze Zeit.

01:29:10: Du denkst die ganze Zeit, du sendest vom Klo.

01:29:13: Das ist die Heizung, die läuft gerade wieder an, das Gluckern.

01:29:17: Ja geil, die Heizung gluckert.

01:29:18: Das ist ein gutes Zeichen.

01:29:22: Ich bin sehr gespannt, weil es fühlt sich an, als würde ich in eine andere Stadt umziehen.

01:29:26: Ob ich jetzt irgendwie acht Kilometer nach Norden ziehe oder achtzig macht auch nicht mehr viel Unterschied.

01:29:33: Mal sehen, ich bin sehr gespannt und gleichzeitig sehr aufgeregt.

01:29:39: Ja, dann freuen wir uns mal aufs neue Jahr.

01:29:40: Naja, also Mitte Januar bekomme ich den Schlüssel, dann muss ich erst mal gucken, was da zu sanieren ist und so.

01:29:47: Also das dauert noch bestimmt bis März, bis ich da irgendwie was mache.

01:29:50: Aber ja, wirst du auch an meiner Stimmung dann erkennen, wie gut oder schlecht das gelaufen ist.

01:29:57: Okay, cool.

01:29:58: Dann wünsche ich dir jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr.

01:30:01: Ich dir auch.

01:30:02: frohe Weihnachten dir auch, der Hörerschaft frohe Weihnachten gehabt zu haben.

01:30:07: Und wir hören uns dann nächstes Jahr in den vierundzwanzig Sendungen wieder, die wir machen werden.

01:30:12: Ganz bestimmt.

01:30:13: Tschüss, Alexandra.

01:30:15: Und euch danke für die Aufmerksamkeit.